Kleine Informationen zur Bausubstanz sind im virtuellen Rundgang (wie üblich am besten am PC und mit Kopfhörern oder noch besser mit VR-Brille) an manchen Ecken angebracht. Für nähere Informationen zur Geschichte und dem Bau dienen die Webverweise weiter unten. Der Rundgang umfasst so gut .
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Besucht man die Burg-Ruine Neu-Leonroth zur richtigen Zeit – Frühling bei sonnigem warmen Wetter – darf man sich überraschen lassen von diesem romatisch und verwunschen wirkenden Ort. Fast schon märchenhaft rankt sich an allen Mauern dicht an dicht Efeu hoch, schmale lichte Waldpfade führen durch die Anlage, der Waldboden ist grün bewachsen, Farne ragen dazwischen empor. Die Ruine ist frei zugänglich ohne Beschränkung.
Sie löste anno dazumal die Vorgängerburg Alt-Leonroth ab von der heute kaum mehr etwas erhalten ist. Sie kann aber auch virtuell erkundet werden auf dieser Seite.
Es ist nicht genau bekannt, wann sie erbaut wurde, wahrscheinlich um 1300. Sie verfällt seit dem 17ten Jahrhundert.
Historische Ansichten
Neu-Leonroth 2024. Hier abgebildet die Wehranlage des Haupttores und der Graben vor der nördlichen Ringmauer.Die Burg um 1680 nach Georg Matthäus Vischer. Die Darstellung wird der Anlage nicht wirklich gerecht. Zu klein erscheint sie. Die ausgedehnte spätgotische Vorburg (links im Bild) ist hier eher wie ein größerer Garten abgebildet. Ein Halbrundturm der nördlichen Vormauer und deren Graben (vorne im Bild) fehlen ebenso wie der rechts dem Hauptgebäude vorgelagerte Halsgraben. Das Haupttor schließt auch nicht direkt an die Hauptburg an, sondern ist mit ihr über eine steil den Hang hochgehende Wehrmauer verbunden. Der Grund dafür ist aber nicht ein späterer Ausbau nach 1680. Denn zu jener Zeit war die Festung zwar noch intakt aber möglicherweise bereits verlassen. Mit anderen Worten – die Proportionen und viele Details sind nicht stimmig. Der Gebäudeteil am rechten Ende (West) mit der Schmalseite zum Betrachter ist die Hauptwohneinheit, links hinten anschließend wäre die Kapelle zu verorten.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Namenlos wurde die Anlage erfasst (zwei rote skizzierte Türme in Kartenmitte).
Virtuelle Tour durch die Burgruine Waldstein in der Steiermark. Vollumfassend, geeignet für PC, Tablet und VR-Brille. Weniger geeignet wegen dem kleinen Bildschirm aber doch möglich auf Smartphones.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Hilfe zur Tour
Der virtuelle Rundgang ist am besten in Vollbild (Doppelklick ins Bild oder Klick auf Button rechts unten), auf einem großen PC-Monitor mit Kopfhörern oder Lautsprechern erlebbar. Rechts oben kann ein Orientierungsplan und eine Karte aktiviert werden, rechts am Rand de Ton auf stumm gesetzt, ein Kompass aus oder eingeblendet und auf Englisch umgestellt werden. Das Infosymbol blendet Beschreibungen zum gerade Gesehenen ein. Aktiviert man den Homebutton am oberen Bildrand, kommt man zum Luftbild/Überblick und wieder retour, senkrechte Pfeile geben Hinweis darauf, ob die Betrachteransicht erhöht oder erniedrigt werden kann. Mit einer VR-Brille wie der Quest 3 kann man die Tour ebenso erleben. Ohne Zusatzsoftware – einfach die URL dieser Seite im Browser der Brille eingeben, den dort dann sichtbaren VR-Button aktivieren – fertig.
Nordansicht der Ruine Waldstein (Kernburg) im Jahr 2025. Fast schon spektakulär der steile senkrechte Burgfelsen auf dieser Seite. Im Hintergrund der Wohnturm der vorgelagerten Ruine Hungerturm. Die große Öffnung mit Rundbogen (Bildmitte rechts) führt in jenen Raum, der in der Tour als “Sakristei” der Burgkapelle bezeichnet wird. Nach links anschließend die Außenmauer der Kapelle.
Kurzbeschreibung der Ruine Waldstein
Ruine Waldstein – die größere der beiden Anlagen die ehemals organisatorisch sicher zusammengehörten – kann als die wichtigere und zentrale Befestigungsanlage betrachtet werden, Ruine Hungerturm als eine Art Vorwerk.
Erste urkundliche Erwähnung als Castum Waldstein im Jahre 1152. Damals noch eine kleine Anlage. Es folgten wahrscheinlich im 14ten Jahrhundert der heutige Bergfried, die Burgkapelle, Palas und Ringmauer. Die ausgedehnten Anlagen (Vorburg) im Osten, Westen und Süden waren die letzten Ausbauten im 15ten und 16ten Jahrhundert. Nicht lange darauf wurde sie verlassen. Die Anlage verfällt und ist auch auf dem Kupferstich von Vischer um 1680 nur noch als Ruine ohne Dächer im Hintergrund abgebildet. Grund dafür ist wie so oft der Bau eines im Tal gelegenen Neubaues (Schloss Waldstein).
Die trockene, sonnige Lage und die grün bewachsenen Mauern erzeugen heute eine märchenhafte, verwunschene Wirkung. Allerdings ist das Areal für Besucher aufgrund der Baufälligkeit gesperrt. Die Anlage erscheint auf den ersten Blick eher klein. Sie wurde aber – wie erwähnt – mit einer ausgedehnten Vorburg nach West, Ost und Süd versehen. Diese Abschnitte umfassten Wirtschaftsgebäude und weitere Verteidigungsanlagen (Ringmauern und Rondelle) und wahrscheinlich auch Gärten. Interessant der Turm (Bergfried): haben diese meist älteren Teile einer Burganlage durchwegs rechteckigen oder quadratischen Grundriss, so ist dieser hier dreieckig ausgestaltet. Grundsätzlich eher selten, in der Steiermark aber nicht der Einzige: Ruine Salla-Klingenstein, Ruine Pflindsberg. Als Wohnturm wurde er nie genutzt, dafür ist die Grundfläche zu klein. Stellt man sich in den Bergfried (heute über ein kleines herausgebrochenes Loch am Fuß möglich), fühlt man sich eher wie in einem Brunnenschacht als in einem geräumigen Turm.
Decken oder Zwischendecken sind heute größtenteils nicht mehr erhalten, ausgenommen ein Raum mit Tonnengewölbe (möglicherweise die Sakristei der Kapelle), der direkt an die Kapelle anschließt und die Decke über der kleinen Apsis der Kapelle. Im kleinen innersten Burghof erkennt man das kreisrunde Loch einer Zisterne – fließendes Wasser oder Brunnenwasser gab es wohl nicht.
Sehenswert (in der Tour): dreieckiger Bergfried, Zugbrücke, Zisterne, ausgedehnte Vorburganlagen, Palas mit eindeutigen Spuren der damaligen Holzauskleidung, senkrechter Burgfelsen im Norden und die großen Abmessungen der Gesamtanlage.
Otto Piper 1907
Der Burgenhistoriker Piper hat die Burgenruine im fünften Band seines Werkes “Österreichische Burgen” 1907 beschrieben.
Schloss und Ruine Waldstein im Hintergrund auf einer Lithographie um 1865. Die Ruine links am vorderen Hügel ist Ruine Hungerturm. Schloss Waldstein und Ruine Waldstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680. Im Vordergrund das “neue” Schloss Waldstein, im Hintergrund bereits verfallen die “alte” Burg Waldstein. Vischer war nicht gerade bekannt für geografisch stimmige Darstellungen. So fehlt in diesem Stich der gesamte vorgelagerte Bergrücken mit der zur Ruine Waldstein gehörigen Anlage “Ruine Hungerturm”. Ob die abgebildete Geometrie der Burg Alt-Waldstein, wie sie auch genannt wird, passt, ist ebenfalls fraglich. Der Bergfried ist nicht rechteckig sondern hat dreieckigen Grundriss.
Josephinische Landesaufnahme 1785
In der Josephinischen Karte wurde die Burg als “altes Schlos Waldstein” aufgenommen.