Virtueller Rundgang durch die Ruine Tschakathurn oder auch Schachenturm – eine kleine und etwas seltsam wirkende Burg-Ruine bei Scheifling. So seltsam wie ihr Name. Ursprünglich ein mittelalerlicher Wehrturm und immer wieder aus- und umgebaut. VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3).
Virtuelle Tour Tschakathurn
Die virtuelle Tour wurde völlig neu erstellt, die Aufnahmen stammen aus Dezember 2025. Das Besondere an ihr ist die Dichte an Informationen zur Bausubstanz die enhalten sind. Sie wird derzeit noch weiter ausgebaut.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

Kurzbeschreibung
Wenn man von der Ruine Tschakathurn nichts weiß, fährt man auf der Straße von Scheifling nach Neumarkt einfach vorbei ohne sie zu bemerken, obwohl man nur einige Meter eine Abzweigung entlang fahren müsste.
1299 wird sie erstmal urkundlich erwähnt, abgebrannt 1792 und seither ist sie unbewohnt. Die kleine Burg diente als Kontrollpunkt der wichtigen Verkehrsverbindung nach und von Kärnten.
Der Name leitet sich wohl von der Besitzerfamilie bis ins 15te Jahrhundert ab – Familie Schachner – und wird auch heute auch noch alternativ Ruine Schachenturm genannt.
Ein Großteil der Decken sind Holzbalkendecken mit entsprechenden rechteckigen Löchern in der Steinwand. Der südliche Teil hat als oberste Abdeckung ein heute noch teilweise erhaltenes steinernes Tonnengewölbe. Da Tschakathurn ganzjährig bewohnt war, brauchte es im Winter einen Kamin. Mindestens zwei große Kamine sind ein Indiz dafür.
Besucht man das Gemäuer, erkennt man schnell, dass es immer wieder Umbauten und Ausbauten gegeben hat – man wird mit einer verwirrenden Vielfalt von Auffälligkeiten nahezu erschlagen. Vermauerte Türen und Durchgänge, verstellte oder vermauerte Fenster oder ein offenbar später eingezogenes Tonnegewölbe als Beispiele.
Sehenswert: die teils erhaltenen Decken der Steingewölbe, eine Rauchküche, ein Gewölbekeller und allgemein die etwas ungewöhnliche wuselige Gesamtheit.
Die Ruine ist heute voll frei zugänglich, obwohl ich persönlich das teils noch intakte Gewölbe für nicht mehr ganz ungefährlich halte.
In der Nähe der Ruine Tschakathurn ist das abgebrannte Schloss Schrattenberg situiert, das ebenfalls virtuell besucht werden kann.

Historische Ansichten


Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Wenige Jahre vor dem Brand ist “Schloss Chahaturn” noch bewohnt und verzeichnet.

Weblinks zur Ruine Tschakathurn
- Kurze Geschichte ohne Bilder: wehrbauten.at
- Knappe aber gute Beschreibung von Geschichte & Baugeschichte: www.burgen-austria.com
- Einige Fotos: ruine.at
- Die Ruine in Stichworten: www.alleburgen.de
Gratuliere, die Seite ist wirklich beeindruckend. Besonders die Bilder von Gebäudeteilen die ohne Drohne nicht einsehbar sind.
Einen Gedanken zu Tschakathurn: Ich glaube der vermauerte Lichtschlitz im Turm ist wahrscheinlich eher der Rest eines Wandschrankes.
Vielen Dank für das Lob – gerade von Ihrer Seite!
Den Lichtschlitz gucke ich mir nochmals an – sonst kann ich den ganzen Text in der Tour umschreiben:-)
Ich muss zugeben, es wird so langsam auch mit dem Erkennen der Bautetails und deren (baugeschichtlicher) Zuordnung. Ihrte Seite ist und war mir dabei immer eine große Hilfe.