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Barbakane

Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Schmierenberg (Schmirnberg) in der Süd-Steiermark nahe der slowenischen Grenze. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).

Virtuelle Tour zu und durch die Ruine Schmirnberg

Start Tour Burgruine Schmirnberg

Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2025 statt. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten als ein Besuch im Sommer (Bewuchs). Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. Für bessere Orientierung ist eine Karte rechts oben aktivierbar und in der Tour findet man häufig einen Kompass irgendwo an den Bäumen herumhängen. Draufklicken.

Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

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Kurzbeschreibung der Ruine Schmirnberg bzw. Schmierenberg

Ruine Schmirnberg, auch Schmierenberg oder Schmiernberg genannt, (und auch: Smyelburch, Smilburch, Smiellnburch, Schmielnberg, Schmielenberg, Smiellenberg, Smiellnberg) liegt ganz im Süden der Steiermark nahe an der Grenze zu Slowenien und heute recht abgelegen und versteckt in stark bewaldetem hügeligem Gelände. Ich hatte lediglich ein paar Mauerreste im Wald erwartet und war etwas überrascht, als eine ausgedehnte Burgruine von rund 200 Metern Länge plötzlich sichtbar wurde die zu den größten Burgen der Steiermark zählte.

Die Burg nahm auf einem kleinen Burghügel in der Mitte der Anlage im 11ten Jahrhundert ihren Ausgang mit dem heute vollständig verschwundenen rechteckigen Turm bzw. Bergfried. 1250 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt als Castum Smilnburch. Sie wurde mehrfach ausgebaut und umgebaut. 1482 erwarb sie Kaiser Friedrich III der wahrscheinlich das heute besterhaltene Gebäude – den “Neuen Palas” mit Schildmauer – errichten ließ. Diese mächtige Schildmauer ist es auch, vor der man etwas unerwartet steht, wenn man heute die Ruine besucht. Sie schützte die Burg mit bis 3,5 Metern Dicke gegen Kanonenbeschuss aus der einzig leicht zugänglichen Seite aus Südost. Der Weg dorthin führte über über einen ersten Graben mit Holzbrücke, durch eine anschließende Barbakane, über einen weiteren Burggraben, durch das erste Burgtor bei der Schildmauer, weiter bergan an der Außenmauer des Palas über einen in den steilen Felsen angelegten Zwinger zum zweiten Burgtor. Damit stand bzw. steht man im Inneren direkt beim Bergfried.

Weiter gegen Nordwesten schließt ein sehr großer Burghof an in dem keine Gebäude sichtbar sind. Am nordwestlichen Ende der langezogenen Festung finden sich noch Mauern mit gut erhaltenem Verputz eines mächtigen mehrstöckigen Wohnhauses bzw. Wohnturmes. Daneben noch letzte Reste der kleinen Burgkapelle. Auffälligstes Detail ist eine kleine verzierte Wandnische die als “Sakramenthäuschen” anzusprechen ist. Ein Vorläufer des später üblichen Tabernakels. Den Abschluss bildet eine senkrecht in einen weiteren Graben abfallende Außenmauer.

Die Burg wird ab 1800 als ruinös beschrieben und wird auch nicht erhalten.

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Historische Ansichten der Burg Schmirnberg

Burgruine Schmirnberg auf einem Luftbild im Jahr 2025.
Burgruine Schmirnberg im Jahr 2025.
Ruine Schmirnberg nach Carl Reichert 1865
Ruine Schmirnberg nach Carl Reichert 1865. Ansicht von Südost. Beim Bauwerk zwischen den beiden Rundtürmen im Vordergrund handelt es sich um den gotischen Palas mit seiner dicken Schildmauer, der darüber abgebildete rechteckige Turm (Bergfried) ist heute vollständig verschwunden. Von den beiden schrägen Strebepfeilern and der Außenmauer ist der kleinere erhalten, beide rechts danebenliegende Rundtürme sind noch teilweise erhalten. Der größere der beiden ist jener, der am Luftbild weiter oben erkennbar ist. Ebenso erhalten ist zum Beispiel auch die freistehende Mauer über dem kleineren der beiden Strebepfeilern. Sie ist im Luftbild oben zu sehen (Mauer mit den zwei Fensteröffnungen). Die Tour zeigt an deren Außenseite nicht nur gut erhaltenen Verputz mit Verzierungen sondern auch eine mögliche Jahreszahl. Das vierstöckige Rechteckgebäude links ist jenes, das im Luftbild links außen aus dem Wald ragt.
Burg Schmirnberg (Schmiernberg) nach Georg Matthäus Vischer um 1680.
Burg Schmiernberg nach Georg Matthäus Vischer um 1680 grob von Norden gesehen. Die Darstellung wird der Größe der Anlage nicht gerecht. Sie wirkt kleiner als sie war. Der schmale Turm kann eindeutig als der heute verschwundene Bergfried identifiziert werden, das bei Vischer dreistöckige große Gebäude rechts als der nordwestliche Wohnturm (bei Merian 1649 links außen abgebildet).
Burg Schmirnberg (Schmierenberg) nach Matthäus Merian 1649 auf einer Lithographie.
Burg Schmierenberg von Süden aus nach Matthäus Merian 1649. Die beste und genaueste historische Darstellung die öffentlich zugänglich zu finden war. Die Geländedarstellung scheint nicht ganz stimmig zu sein. Im Gegensatz zu Vischer der grundsätzlich die Steilheit der Berge bis in das Absurde überzeichnete ist der Burgberg bei Merian wiederum zu wenig steil dargestellt. Der rechts neben der Burg zwischen den Brücken sich befindliche Verteidigungsbau (Vorwerk, Barbakane) ist heute als kleiner Mauerrest im Wald verortbar (die Tour zeigt ihn), von den Wirtschafstgebäuden rechts im Bild ist heute nichts mehr erkennbar. Diese Abbildung dient in der virtuellen Tour immer wieder als Orientierungshilfe.
Ruine Schmirnberg (Smirinberg) nach Johannes Clobucciarich ca. um 1605. Älteste bekannte Ansicht.
Burg Smirinberg von Norden nach Johannes Clobucciarich ca. um 1605. Älteste bekannte Ansicht. Der niedrige freie Abschnitt in Bildmitte ist der große Burghof, das große Gebäude rechts außen der große Wohnturm/Wohngebäude im Nordosten. Links außen (vier angedeutete Fenster) ist wahrscheinlich der gotische Palas skizziert mit anschließender Brücke über den Graben.
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Geografische Lage & Zugänglichkeit

Die Burgruine ist frei zugänglich aber trotz der Größe nicht ganz einfach zu finden. Da der Schotterweg der unter die Anlage führt Fahrverbot aufweist, muss man eine kleine Wanderung in Kauf nehmen. Ein Warnschild weist darauf hin, dass man beim Besuch trittsicher sein sollte. Was tatsächlich stimmt. Manche Stellen sind wirklich etwas ausgesetzt und man sollte dort besser nicht ausrutschen.

Josephinische Landesaufnahme

1785 war Schmierenberg noch als Schloss vermerkt.

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Weblinks

Virtuelle 360°-Tour durch die beiden Burgruinen Altpernegg und Neupernegg bei Pernegg in der Steiermark.

Die virtuelle Tour

Start der VR-Tour Burgruine Pernegg

Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

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Kurzbeschreibung

Ruine Pernegg – eine Burg, die schon vor 1700 eine Ruine war, wie am Kupferstich von Georg Matthäus Vischer zu erkennen ist. Heute ist die Anlage komplett verwachsen, es gibt keinen offiziellen erkennbaren Zugangsweg und es fühlt sich wie eine kleine – persönliche – Entdeckungsreise dorthin an.
Eigentlich sind es zwei Ruinen. Die weiter hinten und oben gelegene und größere Ruine und eine sehr viel kleinere “Untere Burg”, die noch versteckter im Wald liegt.
Diese Niedere Veste kann als Vorburg oder wahlweise auch als ältere eigenständige Anlage betrachtet werden. So genau weiß man es nicht. Und das verwundert wenig, denn diese “Vergessene Burg” wird kaum irgendwo geschichtlich erwähnt und offensichtlich hat schon Vischer um 1680 sie entweder nicht wahrgenommen oder bewusst nicht skizziert. Aus mehr als einer gebogenen Mauer im Wald besteht sie heute nicht mehr – deren Reste wurden bereits ais Baumaterial für das neuere Schlosses Pernegg im Tal herangezogen.
Die obere Ruine hat als Besonderheit stark ausgebaute Befestigungen im Norden entlang des ehemaligen Zufahrtsweges zum Burgtor. Interessant auch die letzten Reste von Holz des Wohngebäudes: erhalten sind die in der Mauer eingelassenen Befestigung der ehemaligen hölzernen Raumauskleidung. Reste der Burgkapelle sind zumindest erkennbar. Eine Senke im Boden deutet auf den Ort der Wasserversorgung hin.

Die Anlage befindet sich in warmer und sonniger Lage, wilder Efeu rankt sich an manch Mauer nach oben.

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(Historische) Ansichten der Ruine Pernegg

Schloss und Ruine Pernegg nach Georg Matthäus Vischer um 1680
Georg Matthäus Vischer um 1680. Im Vordergrund das neuere Schloss Pernegg, die Ruine im Hintergrund ist die obere Ruine Pernegg. Die davor und weiter unten gelegene Untere Burg fehlt hier komplett. Eine Vergessene Burg vielleicht schon damals.

Geografische Lage

Josephinische Landesaufnahme 1785

Nachdem schon bei Vischer um 1680 die Burg eine Ruine war, ist es 1785 nicht anders gewesen. Und so ist sie in der Josephinischen Karte nur generisch als “Rudera” = “Ruine” verzeichnet.

Weblinks

Virtuelle vollumfängliche 360°-Tour durch die Burg-Ruine Pfannberg bei Frohnleiten in der Steiermark. Für PC, Tablet und VR-Brille.

Virtuelle Tour durch Burg-Ruine Pfannberg

Start der Tour Ruine Pfannberg

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Kurzbeschreibung

Wie auch bei anderen Rundgängen – wer geschichtlich interessiert ist, findet auch zu dieser Burgenanlage Informationen im Netz dazu (siehe Links am Seitenende). Der in seiner Architektur sehr seltene Bergfried (siebeneckig) aus dem 13ten Jahrhundert fehlt heute komplett. Er ragt auf älteren Fotos und natürlich zeitgenössischen Kupfer- und Stahlstichen sehr auffällig emport. Leider wurde jener wohl aus Sicherheitsüberlegungen heraus in der zweiten Hälfte des 20ten (!) Jahrhunderts gesprengt. So lange liegt das nicht zurück.
Sehenswert auch in der Tour sind die beiden gotischen Eingangstore und der groß angelegte dreistöckige Palas. Zwischendecken desselbigen sind heute nicht mehr erhalten. Im Palas im ersten Stock kann man sehr gut die Stelle eines Ofens mit anschließendem in der Mauer angelegten Kamin erkennen.

Die Burg hatte am Ende der Ausbauphase eine ausgedehnte Vorburg inklusive einer Barbakane.

Burg Pfannberg wurde knapp nach 1200 erbaut und in weiteren zwei Bauphasen bis in das 16te Jahrundert weiter ausgebaut. Um 1600 (17tes Jahrhundert) wird sie aber bereits als baufällig beschrieben – Georg Matthäus Vischer skizzierte sie um 1680 aber immerhin noch mit Dächern. Sie verfällt seit dieser Zeit.

Zeitweise bewohnte der Minnedichter Hugo von Montfort die Burg. Gestorben 1423 war er ein paar Jahre Landeshauptmann der Steiermark. Ein Fresko das seine Familie abbildete fand sich ehemals in der Burgkapelle, heute ist es nach der Abnahme im Joanneum Graz verwahrt. War es also doch nicht so unwertvoll, wie es Otto Piper 1904 noch gehalten hat. Die Kapelle kann man vor Ort gerade noch, wenn man weiß wo man suchen soll, ausmachen. Erhalten hat sich als typisches Erkennungsmerkmal ein kleiner Teil der halbrunden Apsis.

Die Burgruine Pfannberg liegt in recht günstiger sonniger Lage und in direkter Sichtverbindung zur Stadt Frohnleiten und der heute noch voll intakten Burg Rabenstein.

Otto Piper 1904

Der Burgenhistoriker Piper hat die Burgenruine in den dritten Band seines Werkes “Österreichische Burgen” 1904 aufgenommen.

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Historische Ansichten

Luftbild der Burgruine Pfannberg bei Frohleiten (STMK, AT) im Jahr 2024.
Burgruine Pfannberg 2024. Das Gebäude oben Mitte ist der Palas der Burg, das hohe Gebäude links der Torturm. Der Bergfried befand sich in der linken unteren Bildecke.
Siebeneckiger Bergfried der Ruine auf einer Postkarte um 1911.
Siebeneckiger Bergfried der Ruine auf einer Postkarte um 1911. Es ist sehr bedauernswert, dass dieser ein paar Jahrzehnte danach gesprengt wurde. Die am oberen Ende sich befindlichen Schlüsselscharten sind laut Ottp Piper nicht originale Bausubstanz sondern viel später hinzugefügt worden. Die Ruine wurde wohl vor 1900 renoviert. Das erkennt man heute auch daran, dass zum Beispiel der obige Abschluss der Ringmauer mit Beton verstärkt wurde (in der Tour ebenfalls sichtbar).
Ruine Pfannberg auf einem Stich um 1880
Pfannberg um 1880
Ruine Pfannberg auf einem Holzdruck um 1870
Holzdruck von Adolf Cloß (1840-1894) nach der Zeichnung von Richard Püttner (1842-1913)

Kupferstich der Burg Pfannberg; Vischer 1680
Burg Pfannberg nach Georg Matthäus Vischer 1680, Topographia Ducatus Stiriae. Falsch dargestellt ist jedenfalls die Abrundung der Ringmauer beim Bergfried die es nicht gibt. Und natürlich die Berge wie üblich. Senkrechte Felswände (links neben der Burg) existieren es dort nicht, und wenn wirklich mal senkrechte Felswände wie beim Röthelstein im Hintergrund vorkommen, sind sie nicht wie dargestellt dermaßen überhängig. In der Abbildung fehlt auch die Vorburg, die hier zu sehen sein müssten. Dafür sind die vielen Fenster im (nicht mehr vorhandenen) Bergfried reine Phantasie.
Rekonstruktion der Burg Pfannberg als Gipsmodel
Rekonstruktion der Burg Pfannberg. Inwieweit diese wirklich im Detail stimmig ist, ist mir unklar. Denn vor allem rechts vom siebeneckigen Bergfried sind die Gebäude direkt an die Hauptanlage angebaut. Im Gelände kann ich zumindest davon – von einem zusammenhängenden Komplex – nichts erkennen. In der Literatur (z.B. Otto Piper 1904) wird von einem abgesetzten Gebäude (Barbakane) geschrieben.

Geografische Lage

Josephinische Landesaufnahme 1785

Die Burg ist hier als “Schlos Bamberg” verzeichnet worden. Der damalige dazugehörige Maierhof (“m:hof”) steht heute noch in voller Pracht (Gut Pichelhof).

Weiterführende Links

Artikel auf Wikipedia: de.wikipedia.org
Kurze und knappe Geschichte ohne Bilder: wehrbauten.at
Einige Bilder ohne Text: ruine.at
Guter Überblick über Geschichte und Baugeschichte: www.burgen-austria.com
Noch eine kurze Beschreibung: www.kulturatlas.at
Über Hugo von Montfort: www.hlk.steiermark.at