Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur Burg-Ruine Fohnsdorf oder Vanstorf über dem Ort Fohnsdorf in der Steiermark. Viel ist nicht mehr erhalten – und das was heute noch steht wurde gutteils in einen Betonmantel gegossen bei der Renovierung. Zwei Aussichtsplattformen zieren seit einiger Zeit die Örtlichkeit – und es sei dem Besucher und dessen Geschmack überlassen was er davon hält. Ähnlich wie bei der nahegelgenen verschwundenen Burg Rattenberg kann die virtuelle Tour eine Entscheidungshilfe sein ob sich ein Vorortbesuch lohnt.
Die Aufnahmen entstanden im März 2025. Die Tour ist auch VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3): URL dieser Seite im Browser der VR-Brille eingeben und das Symbol mit der Brille aktivieren.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Burg-Ruine Fohnsdorf
Eine gute Zusammenfassung der bewegten Geschichte ist auf www.burgen-austria.com zu lesen. Kurz zusammengefasst:
Ab dem 9ten Jahrundert stand hier ein hölzener Vorgängerbau mit kleiner Siedlung herum – Undrima genannt. Um 1250 war aus der kleinen hölzernen Wehranlage eine stattliche steinerne Burg entstanden die 1292 aber bei einer Belagerung zertört wurde. Dabei wurden die Befestigungsmauern durch Tunnel untergraben, die hölzernen Stützbalken darin anschließend in Brand gesetzt und zum Einsturz gebracht. Das Erdreich darüber gab nach und die Wehrmauer brach ein. Eine Technik die auch bei der Türkenbelagerung in Wien zum Einsatz gekommen ist.
Die Burg wurde ein paar Jahre später wieder aufgebaut, jedoch um 1550 endgütlig verlassen. Die heutigen Mauern sind die Reste dieser wiederaufgebauten Festung. Aber bereits Vischer skizzierte sie um 1680 als Ruine. Sehr groß war die Anlage nicht: eine rechteckige Wehrmauer mit dem Bergfried (teils erhalten) in der nordwestlichen Ecke, innen an die Wehrmauer angebaut Wohngebäude im Osten (Palas, teils erhalten) und ein Wohngebäude im Süden (heute nur noch Grundmauern).
Sichtverbindung bestand zu den Burgen Eppenstein und Liechtenstein, nicht aber zu den Burgen Reifenstein und Offenburg bei Pöls. Und wenn man sich auf das oberste Niveau des Bergfrieds begab, konnte man auch die heute vollständig verschwundene Burg Rattenberg sehen. In der Tour kann man das mit etwas Mühe selbst überprüfen.
Vor 30 Jahren war von der Ruine Fohsdorf vom Tal aus kaum etwas zu erkennen. Sie wurde später renoviert und der Baumbestand entfernt. Und leider auch ein Schotterweg zu den heutigen beiden Aussichtsplattformen angelegt wobei ein Teil der östlichen Gebäudereste zum Opfer fiel.
Historische Abbildungen
Ruine Fohnsdorf auf einer Ansichtskarte um 1900. Ruine Fohnsdorf bzw. damals Vanstorf nach Georg Matthäus Vischer auf einem Kupferstich um 1680. Sehr stimmig scheint die Darstellung nicht zu sein. Vor allem die vorgelagerte Mauer mit den beiden Rundtürmen und Torturm ist nicht nachvollziehbar.
Geografische Lage
Die Ruine ist mehr oder weniger frei zugänglich. Zumindest von Außen. Denn obwohl die wenigen Mauerreste rundum mit reichlich Beton behandelt wurden und damit kaum eine Gefahr darstellen, ist der Zutritt in das Innere der Anlage durch eine Vielzahl an Verbotsschildern und Sperren offenbar nicht erwünscht.
Josephinische Landesaufnahme 1785
Auch damals schon eine Ruine und als “Rudera” = “Ruine” in der Karte verortet.
VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3) Die Tour ist als “Work in Progress” zu betrachten. Erste Aufnahmen vom Sommer 2024, es folgten weitere im März 2025, weitere sind für die Zukunft geplant.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Anlage
Von der Burg-Ruine Liechtenstein bei Judenburg in der Steiermark ist nicht mehr allzuviel erhalten – verfällt sie ja schon seit ca. 1500. Auffällig wenig ist im Netz über sie zu finden – nicht einmal einen Eintrag auf Wikipedia scheint sie wert.
Der erste nachgewiesene Besitzer (1140) war Dietmar von Liechtenstein. Allerdings dürfte ein Vorgängerbau aus Holz bereits im 11ten Jahrhundert (zwischen 1000 und 1100) vorhanden gewesen sein. Prominentester Vertreter der Familie der Liechtensteiner (nicht verwandt mit der heutigen Adelsfamilie Liechtenstein) war der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein der seine eigene Burg – Frauenburg bei Unzmarkt – erbauen ließ. Und eben diese Familie nannte sich nach deren Stammsitz der heutigen Ruine Liechtenstein bei Judenburg.
Der am besten erhaltene Teil ist ein Teil der Ringmauer unterhalb des nicht mehr erhaltenen Bergfrieds. Sie ist auch von großer Entfernung von Westen aus sichtbar. Erkennbar und gesichert ist noch in Ansätzen die Kapelle mit halbrunder Apsis und Grundrisse weiterer nicht näher zuordenbarer Gebäudeteile. Ebenfalls drei Burgtore: eines im Süden durch die äußere Ringmauer und der heutige Zugang (inklusive Verbotsschild), eines im Osten und letzte Reste des Haupttores im Westen unerhalb des gut sichtbaren Mauerstücks der Ringmauer unter dem Bergfried.
Die Ruine Lichtenstein im Jahre 2024. Hier zu sehen der am besten erhaltene und älteste Teil – ein Abschnitt der alten Ringmauer. Von hier hat die Burg wohl ihren Ausgang genommen, anzunehmen ist rund um 1200. Vom zentralen Turm (Bergfried) ist heute so gut wie nichts mehr erkennbar. Er befand sich von hier aus betrachtet rechts etwas über dem Ringmauerteil.Die Ruine um 1900 auf einer colorierten Postkarte. Ruine Liechtenstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680. Schon damals nur noch eine Ruine. Sie wurde bereits um 1500 verlassen und dem Verfall preisgegeben.Judenburg um 1680 nach Georg Matthäus Vischer. Links die Ruine Liechtenstein. Obwohl ja Vischer immer übertreibt in seinen Darstellungen kann man mit beiden Abbildungen einen guten Eindruck von der Burg Liechtenstein gewinnen. Vom hohen zentralen Turm (Bergfried) ist heute nichts mehr erhalten. Die Mauer an seinem Fuß rechts ist wohl diejenige, die auch heute noch prominent vom Tal aus sichtbar ist. Trotzdem kann nicht wirklich der Geländebefund und Vischers Darstellung einfach in Übereinstimmung gebracht werden. Was nur auf dieser Abbildung festgehalten wurde, ist der heute völlig verschwundene Torbau rechts unter der Ringmauer. Interessant auch, dass Vischer den Turm im ersten Kupferstich ohne Dach und mit Bäumen darauf skizzierte, im Stich hier mit Dach. Obwohl Vischer zwar an die 20 Jahre an seiner Topographia arbeitete – so schnell geht das auch nicht. Eventuell ist hier ein Auftraggeber mitverantwortlich dafür. Vischer verkaufte auch Einzelblätter. Und wenn jemand eine kleine “Optimierung” wollte – wird er sie auch bekommen haben. Judenburg war damals (im Gegensatz zu heute) nicht mittellos. Sucht man sich alle bekannten Kupferstiche zusammen, gibt es ein paar darunter, wo nach dem Geschmack der Zeit zum Beispiel Spitzdächer in barocke Zwiebeldächer durch Ausbesserung der Kupferplatten ausgestattet wurden. Die Unzuverlässigkeit Vischers bei seinen Darstellungen ist auch Otto Piper aufgefallen, wie mir im Nachhinein klar wurde (sein Burgenwerk habe ich erst 2025 digital in die Hände bzw. auf den Bildschirm bekommen).
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Vor einigen Jahren war die Burg noch ein beliebtes Ziel für Familienspaziergänge. Heute ziert wie so oft eine grelle Verbotstafel (eigentlich sind es zwei gleich am Eingang) das ehemalige Südtor. “Privatgrundstück. Betreten verboten”. Immerhin klar und eindeutig. Warum gibt es dann trotzdem eine Tour hier auf dieser Seite? Nun – ich bin das erste Mal tatsächlich wieder von dannen gezogen. Aber ich weiß bis heute nicht, an wen ich mich wenden könnte und um Erlaubnis fragen. Und so nehme ich das Risiko auf mich und ermögliche Anderen zumindest den virtuellen Besuch und den digitalen Erhalt in Form von Bildern.
Manchmal ist ein Aufkauf oder Pacht einer Burgruine auch gut. Wenn es wie in manchen Fällen bei steirischen Ruinen dazu führt, dass die Bausubstanz erhalten wird indem sich jemand seinen kleinen Traum verwirklicht und in einer echten Burg wohnen will oder ein Burgverein sich Erhalt und Renovierung freiwillig zur Aufgabe gemacht hat. Wie es sich hier verhält ist (mir) unklar, positiv ist die Wirkung auf mich jedenfalls nicht.
Vielleicht wird man einfach mit dem Älterwerden auf gut österreichisch gesprochen “grantig”. Aber die Verbotsschilderkultur ohne erkennbaren Sinn für die Alltemeinheit (einstürzen wird da in nächster Zeit wohl eher nichts – abstürzen könnte man, wenn man sich sehr bemüht) geht mir, gerade weil es zunehmend auffällt auch bei Burgruinen, etwas auf die Nerven. Und hätte ich “privat” eine Ruine die ich nicht erhalte, wäre ich darüber erfreut, dass sich für den Steinhaufen jemand interessiert. Und würde meine Telefonnummer und Emailadresse auf ein Schild schreiben und DAS dort hinhängen.
Früher habe ich ohne Verbotsschild die eine oder andere Stunde in der Burgruine Liechtenstein zugebracht. Es war nett, es war freundlich.
Josephinische Landesaufnahme 1785
Die Ruine ist namenlos in der Karte verzeichnet unter dem Schriftzug “Calvariberg” als “Rudera” = Ruine.
Virtueller Rundgang durch die Ruine Tschakathurn oder auch Schachenturm – eine kleine und etwas seltsam wirkende Burg-Ruine bei Scheifling. So seltsam wie ihr Name. Ursprünglich ein mittelalerlicher Wehrturm und immer wieder aus- und umgebaut. VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3).
Die virtuelle Tour wurde völlig neu erstellt, die Aufnahmen stammen aus Dezember 2025. Das Besondere an ihr ist die Dichte an Informationen zur Bausubstanz die enhalten sind.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Wenn man von der Ruine Tschakathurn nichts weiß, fährt man auf der Straße von Scheifling nach Neumarkt einfach vorbei ohne sie zu bemerken, obwohl man nur einige Meter eine Abzweigung entlang fahren müsste. 1299 wird sie erstmal urkundlich erwähnt, abgebrannt 1792 und seither ist sie unbewohnt. Die kleine Burg diente als Kontrollpunkt der wichtigen Verkehrsverbindung nach und von Kärnten. Der Name leitet sich wohl von der Besitzerfamilie bis ins 15te Jahrhundert ab – Familie Schachner – und wird auch heute auch noch alternativ Ruine Schachenturm genannt.
Ein Großteil der Decken sind Holzbalkendecken mit entsprechenden rechteckigen Löchern in der Steinwand. Der südliche Teil hat als oberste Abdeckung ein heute noch teilweise erhaltenes steinernes Tonnengewölbe. Da Tschakathurn ganzjährig bewohnt war, brauchte es im Winter einen Kamin. Mindestens zwei große Kamine sind ein Indiz dafür. Besucht man das Gemäuer, erkennt man schnell, dass es immer wieder Umbauten und Ausbauten gegeben hat – man wird mit einer verwirrenden Vielfalt von Auffälligkeiten nahezu erschlagen. Vermauerte Türen und Durchgänge, verstellte oder vermauerte Fenster oder ein offenbar später eingezogenes Tonnegewölbe als Beispiele.
Sehenswert: die teils erhaltenen Decken der Steingewölbe, eine Rauchküche, ein Gewölbekeller und allgemein die etwas ungewöhnliche wuselige Gesamtheit.
Die Ruine ist heute voll frei zugänglich, obwohl ich persönlich das teils noch intakte Gewölbe für nicht mehr ganz ungefährlich halte.
In der Nähe der Ruine Tschakathurn ist das abgebrannte Schloss Schrattenberg situiert, das ebenfalls virtuell besucht werden kann.
Historische Ansichten
Ruine Tschakathurn um 1930 auf einer colorierten Fotographie. Durch den fehlenden Baumbestand war das Bauwerk besser sichtbar als heute. Große Änderungen zu heute sind wenig erkennbar. Der weiße Kalkverputz war noch besser erhalten und das Rechteckfenster links neben dem großen Gebüsch war noch vollständig. Heute mutet es eher wie eine Türe an da der untere Teil herausgebrochen ist/wurde.Abbildungen von zwei Postkarten aus 1896 und 1897, 100 Jahre nach dem Brand. Wobei die rechte Abbildung wahrscheinlich einige Jahre älter ist, da der Erhaltungszustand etwas besser erscheint. In beiden Fällen ist die Norseite zu sehen. Tschakathurn um 1680 von Georg Matthäus Vischer. Bei Vischer nicht unüblich: wichtige und große Besitzungen wurden mit feiner Linie und detailiert festgehalten, kleinere oft nur grob und etwas plump. Ein kleines Detail am Rande: das Bauernhaus im Vordergrund hat die gleiche Bauweise und Architektur wie sie Jahrhunderte später in der Obersteiermark heute noch üblich ist. Abgeschrägte Dackecken, steinernes Erdgeschoss mit gemauerten senkrechten Streben nach oben und senkrechter Holzverplankung.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Wenige Jahre vor dem Brand ist “Schloss Chahaturn” noch bewohnt und verzeichnet.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Ruine Pernegg – eine Burg, die schon vor 1700 eine Ruine war, wie am Kupferstich von Georg Matthäus Vischer zu erkennen ist. Heute ist die Anlage komplett verwachsen, es gibt keinen offiziellen erkennbaren Zugangsweg und es fühlt sich wie eine kleine – persönliche – Entdeckungsreise dorthin an. Eigentlich sind es zwei Ruinen. Die weiter hinten und oben gelegene und größere Ruine und eine sehr viel kleinere “Untere Burg”, die noch versteckter im Wald liegt. Diese Niedere Veste kann als Vorburg oder wahlweise auch als ältere eigenständige Anlage betrachtet werden. So genau weiß man es nicht. Und das verwundert wenig, denn diese “Vergessene Burg” wird kaum irgendwo geschichtlich erwähnt und offensichtlich hat schon Vischer um 1680 sie entweder nicht wahrgenommen oder bewusst nicht skizziert. Aus mehr als einer gebogenen Mauer im Wald besteht sie heute nicht mehr – deren Reste wurden bereits ais Baumaterial für das neuere Schlosses Pernegg im Tal herangezogen. Die obere Ruine hat als Besonderheit stark ausgebaute Befestigungen im Norden entlang des ehemaligen Zufahrtsweges zum Burgtor. Interessant auch die letzten Reste von Holz des Wohngebäudes: erhalten sind die in der Mauer eingelassenen Befestigung der ehemaligen hölzernen Raumauskleidung. Reste der Burgkapelle sind zumindest erkennbar. Eine Senke im Boden deutet auf den Ort der Wasserversorgung hin.
Die Anlage befindet sich in warmer und sonniger Lage, wilder Efeu rankt sich an manch Mauer nach oben.
(Historische) Ansichten der Ruine Pernegg
Georg Matthäus Vischer um 1680. Im Vordergrund das neuere Schloss Pernegg, die Ruine im Hintergrund ist die obere Ruine Pernegg. Die davor und weiter unten gelegene Untere Burg fehlt hier komplett. Eine Vergessene Burg vielleicht schon damals.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Nachdem schon bei Vischer um 1680 die Burg eine Ruine war, ist es 1785 nicht anders gewesen. Und so ist sie in der Josephinischen Karte nur generisch als “Rudera” = “Ruine” verzeichnet.
Wie auch bei anderen Rundgängen – wer geschichtlich interessiert ist, findet auch zu dieser Burgenanlage Informationen im Netz dazu (siehe Links am Seitenende). Der in seiner Architektur sehr seltene Bergfried (siebeneckig) aus dem 13ten Jahrhundert fehlt heute komplett. Er ragt auf älteren Fotos und natürlich zeitgenössischen Kupfer- und Stahlstichen sehr auffällig emport. Leider wurde jener wohl aus Sicherheitsüberlegungen heraus in der zweiten Hälfte des 20ten (!) Jahrhunderts gesprengt. So lange liegt das nicht zurück. Sehenswert auch in der Tour sind die beiden gotischen Eingangstore und der groß angelegte dreistöckige Palas. Zwischendecken desselbigen sind heute nicht mehr erhalten. Im Palas im ersten Stock kann man sehr gut die Stelle eines Ofens mit anschließendem in der Mauer angelegten Kamin erkennen.
Die Burg hatte am Ende der Ausbauphase eine ausgedehnte Vorburg inklusive einer Barbakane.
Burg Pfannberg wurde knapp nach 1200 erbaut und in weiteren zwei Bauphasen bis in das 16te Jahrundert weiter ausgebaut. Um 1600 (17tes Jahrhundert) wird sie aber bereits als baufällig beschrieben – Georg Matthäus Vischer skizzierte sie um 1680 aber immerhin noch mit Dächern. Sie verfällt seit dieser Zeit.
Zeitweise bewohnte der Minnedichter Hugo von Montfort die Burg. Gestorben 1423 war er ein paar Jahre Landeshauptmann der Steiermark. Ein Fresko das seine Familie abbildete fand sich ehemals in der Burgkapelle, heute ist es nach der Abnahme im Joanneum Graz verwahrt. War es also doch nicht so unwertvoll, wie es Otto Piper 1904 noch gehalten hat. Die Kapelle kann man vor Ort gerade noch, wenn man weiß wo man suchen soll, ausmachen. Erhalten hat sich als typisches Erkennungsmerkmal ein kleiner Teil der halbrunden Apsis.
Die Burgruine Pfannberg liegt in recht günstiger sonniger Lage und in direkter Sichtverbindung zur Stadt Frohnleiten und der heute noch voll intakten Burg Rabenstein.
Otto Piper 1904
Der Burgenhistoriker Piper hat die Burgenruine in den dritten Band seines Werkes “Österreichische Burgen” 1904 aufgenommen.
Burgruine Pfannberg 2024. Das Gebäude oben Mitte ist der Palas der Burg, das hohe Gebäude links der Torturm. Der Bergfried befand sich in der linken unteren Bildecke. Siebeneckiger Bergfried der Ruine auf einer Postkarte um 1911. Es ist sehr bedauernswert, dass dieser ein paar Jahrzehnte danach gesprengt wurde. Die am oberen Ende sich befindlichen Schlüsselscharten sind laut Ottp Piper nicht originale Bausubstanz sondern viel später hinzugefügt worden. Die Ruine wurde wohl vor 1900 renoviert. Das erkennt man heute auch daran, dass zum Beispiel der obige Abschluss der Ringmauer mit Beton verstärkt wurde (in der Tour ebenfalls sichtbar).Pfannberg um 1880Holzdruck von Adolf Cloß (1840-1894) nach der Zeichnung von Richard Püttner (1842-1913)Burg Pfannberg nach Georg Matthäus Vischer 1680, Topographia Ducatus Stiriae. Falsch dargestellt ist jedenfalls die Abrundung der Ringmauer beim Bergfried die es nicht gibt. Und natürlich die Berge wie üblich. Senkrechte Felswände (links neben der Burg) existieren es dort nicht, und wenn wirklich mal senkrechte Felswände wie beim Röthelstein im Hintergrund vorkommen, sind sie nicht wie dargestellt dermaßen überhängig. In der Abbildung fehlt auch die Vorburg, die hier zu sehen sein müssten. Dafür sind die vielen Fenster im (nicht mehr vorhandenen) Bergfried reine Phantasie.Rekonstruktion der Burg Pfannberg. Inwieweit diese wirklich im Detail stimmig ist, ist mir unklar. Denn vor allem rechts vom siebeneckigen Bergfried sind die Gebäude direkt an die Hauptanlage angebaut. Im Gelände kann ich zumindest davon – von einem zusammenhängenden Komplex – nichts erkennen. In der Literatur (z.B. Otto Piper 1904) wird von einem abgesetzten Gebäude (Barbakane) geschrieben.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Die Burg ist hier als “Schlos Bamberg” verzeichnet worden. Der damalige dazugehörige Maierhof (“m:hof”) steht heute noch in voller Pracht (Gut Pichelhof).