Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Spangstein – auch Ahnherrnschloss genannt – im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im März 2026 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. Vorabversion – die Tour wird in Zukunft noch erweitert.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Spangstein
Von der heute fast verschwundenen kleinen Burg findet man auch in den üblichen Quellen im Netz sehr wenig an Informationen. Keine Rekonstruktionszeichnung, keine genaue Beschreibung der Bausubstanz, keine Baugeschichte, keine historischen alten Aufnahmen auf denen mehr von der Ruine zu sehen wäre. Sogar der gute Georg Matthäus Vischer lässt einem in Stich, auch wenn er unzählige davon gefertigt hat.
Von der Burg deren älteste Teile um 1250 erbaut wurden steht heute nur noch ein gut sichbarer Mauerteil. Und nicht mal dabei ist es klar, ob es sich um den Rest des Torturmes handelt oder um den Bergfried. Die Burg stand auf einer schmalen Felsrippe mit sehr wenig Fläche. Sie schützte in dieser Position einen der Passübergänge über die Koralm in Richtung Kärnten.
Gegen Norden fällt der Fels senkrecht ab. Gegen Westen und das eher flachere Gelände hin war sie durch einen Halsgraben geschützt, nach Osten hin fällt der Burgberg steil nach unten in den Stullneggraben ab.
Zur Geschichte der Burg und deren Besitzer finden sich am Seitenende ein paar Weblinks dazu oder man liest sich in der Tour die Schautafel durch. Möglicherweise war die Burg in die sog. Baumkirchner Fehde verwickelt, einem Adelsaufstand gegen Kaiser Friedrich III von 1469-1471.
2008/2009 wurde der Mauerrest etwas gesichert um den vollständigen Zerfall zu verhindern. Die kleine Ruine ist frei zugänglich, scheint aber sehr wenig besucht zu sein.
Geografische Lage
Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880
Auch wenn der Text etwas schwer lesbar ist – die Ruine wird hier bereits als Ahnherrnschloss ausgewiesen. Eine Bezeichnung, die erst spät entstanden ist.
Josephinische Landesaufnahme 1785
Die Ruine Spangstein ist bereits 1785 nicht mehr verzeichnet.
Virtuelle 360°-Panorama-Tour durch die letzten Reste der Burgruine Raabeck bei Weiz in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Herst 2025 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht gibt es mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten. Für bessere Orientierung ist eine Karte rechts oben aktivierbar – das ist bei dieser Ruine dringend zu empfehen, da die wenigen Reste damit besser zugeordnet werden können. Will man die Tour über eine VR-Brille besonders intensiv erleben, die URL dieser Seite im Browser der VR-Brille eingeben, Tour starten und auf den dann sichtbaren Brillen-Button klicken.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Burgruine Raabeck
Von der mittelalterlichen Höhenburg Raabeck ist sowohl wenig bekannt alsauch wenig erhalten. Zu einem Artikel auf Wikipedia hat sie es auch nicht geschafft. Gut erkennbar ist heute nur ein Teil eines turmartigen Gebäudes. Meist ist es der Bergfried mit seinen dicken Mauern der am ehesten die Zeiten überdauert hat. Bei Burg Raabeck ist es der Gebäuderest der Burgkapelle mit einem kleinen romanischen Fenster auf der Außenseite und einer großzügigen Fensternische auf der Innenseite.
Vom Bergfried selbst ist nur eine schmale Mauerkante direkt an der Kapelle erhalten. Die Anlage selbst war nicht groß und bestand aus dem Bergfried, dem angebauten Kapellentrakt, einem anzunehmenden Wohngebäude von dem heute nichts mehr erkennbar ist und nur durch Bodenunebenheiten erahnt werden kann. Eine Ringmauer schloss sich an Bergfried und Kapelle an und kann ebenso kaum mehr wahrgenommen werden. Im Norden wurde der Ringmauer noch eine weitere Mauer vorangestellt von der geringe Reste erhalten sind. Beide bildeten damit eine Art Zwinger.
Erwähnt wird im Buch Burgruinen der Steiermark, dass die Burg für die “Herren von Raba” errichtet wurde im 12ten Jahrhundert – eine Information die ich aber nicht verifizieren konnte. Es findet sich (ich konnte es ebenfalls nicht verifizieren) ein urkundlicher Eintrag eines “Hardnit von Raba” aus dem Jahr 1181. Das kleine romanische Fenster der Burgkapelle passt zumindest in diese Zeit. Verlassen wurde die Burg wahrscheinlich im 15ten Jahrhundert.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Ruine ist frei und ohne Gefahr zugänglich.
Josephinische Landesaufnahme 1785
1785 wurde die Burg Raabeck namenlos als Ruine (Rudera) verzeichnet.
Kleine virtuelle 360°-Panorama-Tour durch die letzten Reste der Burgruine Pflindsberg, früher unter anderem auch Pflintsberg, Pelinsperg und Vlinsperch castrum genannt, hoch über Altaussee in der Steiermark (AT). Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3). Viel ist nicht erhalten, die Tour ist eher ein kleiner Spatziergang in und um die Ruine und Aussichtsplattform mit beeindruckender Kulisse.
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2025 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Für bessere Orientierung ist eine Karte rechts oben aktivierbar. Will man sie über eine VR-Brille besonders intensiv erleben, die URL dieser Seite im Browser der VR-Brille eingeben, Tour starten und auf den dann sichtbaren Brillen-Button klicken.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Pflindsberg
Burg Pflindsberg war die einzige nenneswerte Wehranlage im Ausseerland. Während es im Murtal nur so von Burgen wimmelte, war zum Beispiel das Ennstal schon eher mager ausgestattet. Und das noch abgelegenere Ausseerland hatte noch weniger aufzuweisen. Vielleicht erklären sich auch damit die eher ungewöhnlichen Bemühungen, die wenigen Reste der Burg Pflindsberg zu erhalten. Im Gegensatz zu manch anderen, größeren und besser erhaltenen Wehranlagen stehen die Reste von Pflindsberg seit 2005 zusätzlich unter Denkmalschutz.
Sie wurde 1250 rein zu Wehrzwecken, Grenzbefestigung der Steiermark und Schutz der nahen Salzbergwerke sowie Festigung des Machtanspruchs Philipps von Spanheim erbaut. Nicht für die Hofhaltung wie andere Burgen dieser Zeit. 1265 wird sie als Vlinsperch castrum erstmals urkundlich erwähnt. Sie war bis 1395 Zentrum der Herrschaft Pflindsberg (ein Großteil des Ausseerlandes). Anschließend diente der Bergfried als Gefängnis und die Burgpfleger agierten auch als Richter.
1575 wurde die schon ziemlich ramponierte Burg instandgesetzt und der bis dahin dreieckige Bergfried im Westen (heute der am besten erkennbare Teil der Anlage) zu einem Viereck – weil man die westliche Kante kappte und gegen eine schmale Mauer ersetzte. 1755 zog der letzte Bewohner aus und nur ein paar Jahrzehnte später wird die Burg schon als gänzlich verfallen beschrieben.
Um 1900 war noch eine zweistöckige Mauer des Palas erhalten die es heute nicht mehr gibt (siehe Bild weiter unten). Im Jahr 2000 wurde eine Aussichtsplattform mitten in Reste der Anlage gestellt.
Beschreibung von Otto Piper 1905
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde in Band 1 1902 die Ruine Pflindsberg erfasst. Interessant ist, dass Piper genau das, was heute noch am besten erkennbar ist – der Rest des dreieckigen Bergfrieds – er damals offensichtlich nicht erkannte oder sah und damit auch nicht beschrieb. Und umgekehrt beschreibt er den Mauerrest von dem heute so gut wie nichts mehr erhalten ist. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Rekonstruktion der Burg um 1400. Links im Westen der dreieckige Bergfried der in Resten heute einen Gutteil der Ruine ausmacht. Vom gotischen Rechtecksturm im Osten ist nichts mehr erhalten. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com)
Pflindsberg um 1750 von Osten aus gesehen kurz bevor sie entgültig verlassen wurde. Der ehemals dreieckige Bergfried (höchter Gebäudeteil) ist hier rechteckig dargestellt. Das ist insofern nicht komplett falsch, da 1574 der dreieckige Turm umgebaut wurde. Die westliche Spitze des Dreiecks wurde gekappt und gegen eine kurze vierte Wand ersetzt – der Bergfried war nun ein Viereck, aber trotzdem noch lange kein Rechteck.
Ruine Pflindsberg auf einer colorierten Postkarte von 1906. Von der hier von innen gesehenen nördlichen Umfassungsmauer steht heute so gut wie nichts mehr. Man muss sich von der anderen Seite durch ein steiles und verwachsenes Waldstück von unten nähern, wenn man ein paar letzte Steine davon sehen will. Die Tour zeigt sie.Burg Pflindsberg um 1830. Dass die Proportionen stimmen wage ich anzuweifeln, viel zu groß erscheint sie. Der Bergfried ist auf jeden Fall nicht rund wie hier skizziert. Der Berg mitte links sollte den Loser darstellen – ebenfalls eine eher gewagte Interpretation der Realität. Kupferstich der Burg Pflindsberg (Pelinsperg) um 1680 nach Georg Matthäus Vischer mit Blick nach Nordwesten. Die Berge Sandling und Loser sowie der Pötschenpass sind beschriftet.
Renovierung & Erhalt
Ein kurzer Medienbeitrag eines lokalen Fernsehsenders sagt mehr als viele Zeilen von mir:
Die im Beitrag erwähnte Begründung, dass die Burg gegen die Ungarneinfälle erbaut wurde ist eher falsch. Viel wahrscheinlicher diente sie am Beginn dem Versuch eines Machtausbaues Philipps von Spanheim.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Ruine Pflindsberg und die kleine Aussichtsplattform sind (vor allem) vom Ort Altaussee aus zu erreichen. Entweder zu Fuß oder per Rad über den letzten Kilometer Schotterstraße oder Fußweg. Belohnt wird man in jedem Fall mit schöner Aussicht. https://www.bergfex.at
Josephinische Landesaufnahme 1785
1785 als “Rudera” = “Ruine” ausgewiesen passt zu den schriftlichen Aufzeichnungen, die zu diesem Zeitpunkt die Anlage als “gänzlich verfallen” beschreiben. Obwohl eben erst der letzte Bewohner 1755 die Burg verlassen hat.
Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Klingenstein bei Salla, auch Ruine Salla genannt, Ruine Klingenstein, manchmal Ruine Klingenstein-Salla, manchmal Ruine Salla-Klingenstein. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3). Bei der Burgruine handelt es sich größerenteils um einen Wiederaufbau seit den 1980er-Jahren. Die Tour kann eine Entscheidungshilfe sein, ob man sie gegebenenfalls persönlich besuchen will.
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2025 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. Für bessere Orientierung ist eine Karte rechts oben aktivierbar. Will man sie über eine VR-Brille besonders intensiv erleben, die URL dieser Seite im Browser der VR-Brille eingeben, Tour starten und auf den dann sichtbaren Brillen-Button klicken.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Klingenstein
Während einige Burgruinen in der Steiermark quasi unberührt sein Jahrhunderten vor sich hinbröckeln und in dieser Zeit keine Veränderungen oder Erhalt der Bausubstanz erfuhren (zum Beispiel Ruine Hungerturm, Ruine Ehrenfels, Ruine Reifenstein), gibt es auch einige Beispiele für das Gegenteil. Eines davon Ruine Klingenstein. So beeindruckend erhalten die Kernburg heute dem Besucher erscheint – so getäuscht wird man aber. Ein Großteil der heutigen Mauern stammt von Renovierungsarbeiten und im Grunde einem Wiederaufbau seit den 1980er-Jahren.
Und so wenig über die Geschichte der Burg heute bekannt ist – so viel ist darüber umgekehrt auf Wikipedia zu lesen. Sehr empfehlenswert, wer Genaueres wissen möchte. Und wer es noch detailierter möchte, liest unter anderem die Arbeit von Levente Horvath aus 2014.
Kürzest zusammengefasst
Die Burg ist sehr spät für steirische Burgen erbaut worden, genaue Angaben fehlen, keinesfalls aber vor 1420. Das ist auch an den wenigen original erhaltenen Schießscharten ableitbar, die eindeutig für die ersten Handfeuerwaffen ausgelegt waren (Spatenscharten). Und diese Waffen fanden in der Steiermark erst ab 1420 Verbreitung. Die heute sichtbare Anlage vermittelt den Eindruck einer eher kleinen Anlage. Das mag aber täuschen. Denn vor allem im Westen (und in der Tour teils erfasst) sind ausgedehnte aber wenig erkennbare Mauerreste einer Vorburg (auf Wikipedia “Vorwerk” genannt) erkennbar. Zumindest 2 oder 3 Türme und auch verbindende Mauern dazwischen wurden identifiziert. Knapp vor dem eher seltenen weil dreieckigen Bergfried lag ein Halsgraben der aber in neuer Zeit zugeschüttet wurde. Einen dreieckigen Berfried findet man auch auf Ruine Waldstein. Die Vorburg wurde teils für einen Vorgängerbau, eine ältere Burg, gehalten. So zum Beispiel auch auf ruine.at. Das scheint jedoch nicht richtig. Der heutige Name der Burg (Klingenstein) wurde, da sehr wenig bekannt ist über sie, sehr wahrscheinlich im 19ten Jahrhundert erfunden.
Die Kernburg war und ist durchwegs aus Marmor erbaut. Klingt nach Luxus, liegt aber an dem in der Nähe sich befindlichen Marmorvorkommen (weißer Marmor) von Salla das auch heute intensiv abgebaut wird. Das gilt auch für die Ruinen Reifenstein und Offenburg, die Marmor aus dem selben geologischen Marmorzug verbaut haben. In beiden letzteren Fällen aus den Marmorbrüchen bei Pöls. Burg Klingenstein schützte den ehemaligen uralten Passübergang über das Gaberl in das Murtal (“Reisstraße”) – ein Weg der wahrscheinlich bereits in der Römerzeit genutzt wurde. Das – das Schützen – aber sehr wahrscheinlich nur recht kurze Zeit. Denn 1629 wird sie bereits als “öden gschloß im Khanachtal in der pfar Salath” bezeichnet. Die Burg brannte wahrscheinlich 15-hundert-und-unklar ab.
Der heutige Erhaltungszustand ist ein wenig umstritten, da er mehr ein Neubau und keine Renovierung ist die dem Erhalt dient. In der Tour (Position “Alt und Neu“) habe ich soweit erfahrbar versucht, die originale Bausubstanz zu skizzieren). Ich persönlich schätze ja das Gefühl, dass man durch und über uralte Überreste geht, die seit Jahrhunderten unverändert sind, auch wenn sie mit der Zeit verschwinden. Andere wiederum mögen wie im Falle vieler griechischer Tempel eine möglichst eindrucksvolle Rekonstruktion bzw. phantasievolle Interpretation. Die Wissenschaft schätzt die Zugänglichkeit und Ungestörtheit von möglichst viel verwertbaren Informationen. Nicht alles ist gleichzeitig erfüllbar.
Historische Ansichten
Ruine Klingenstein im Jahr 2025 von Süden aus. Ein guter Teil der Mauern stammt aus den Jahren 1980 bis 2000.Postkarte mit Ruine Klingenstein um 1900. Viel ist nicht erkennbar. Natürlich auch, weil die Qualität der Abbildung nicht mehr zulässt. Aber auch, weil von der Ruine schon 1900 nur wenig erhalten war.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Burgruine ist frei zugänglich. Am einfachsten zu finden ist der Weg von Salla aus betrachet in der zweiten großen Spitzkehre der Gaberlstraße in Richtung Passhöhe. Hier zweigt direkt in der Kehre ein Schotterweg ab, zu Fuß kurz diesem nach Osten folgen und man gelangt ohne Umwege zur Burgruine.
Josephinische Landesaufnahme 1785
Dass der Name der Burgruine später erfunden wurde wie oben erwähnt bestätigt sich in der Karte aus 1785. Sie trägt dort einfach den generischen Namen Altes Schloss.
Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Schmierenberg (Schmirnberg) in der Süd-Steiermark nahe der slowenischen Grenze. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2025 statt. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten als ein Besuch im Sommer (Bewuchs). Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. Für bessere Orientierung ist eine Karte rechts oben aktivierbar und in der Tour findet man häufig einen Kompass irgendwo an den Bäumen herumhängen. Draufklicken.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Schmirnberg bzw. Schmierenberg
Ruine Schmirnberg, auch Schmierenberg oder Schmiernberg genannt, (und auch: Smyelburch, Smilburch, Smiellnburch, Schmielnberg, Schmielenberg, Smiellenberg, Smiellnberg) liegt ganz im Süden der Steiermark nahe an der Grenze zu Slowenien und heute recht abgelegen und versteckt in stark bewaldetem hügeligem Gelände. Ich hatte lediglich ein paar Mauerreste im Wald erwartet und war etwas überrascht, als eine ausgedehnte Burgruine von rund 200 Metern Länge plötzlich sichtbar wurde die zu den größten Burgen der Steiermark zählte.
Die Burg nahm auf einem kleinen Burghügel in der Mitte der Anlage im 11ten Jahrhundert ihren Ausgang mit dem heute vollständig verschwundenen rechteckigen Turm bzw. Bergfried. 1250 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt als Castum Smilnburch. Sie wurde mehrfach ausgebaut und umgebaut. 1482 erwarb sie Kaiser Friedrich III der wahrscheinlich das heute besterhaltene Gebäude – den “Neuen Palas” mit Schildmauer – errichten ließ. Diese mächtige Schildmauer ist es auch, vor der man etwas unerwartet steht, wenn man heute die Ruine besucht. Sie schützte die Burg mit bis 3,5 Metern Dicke gegen Kanonenbeschuss aus der einzig leicht zugänglichen Seite aus Südost. Der Weg dorthin führte über über einen ersten Graben mit Holzbrücke, durch eine anschließende Barbakane, über einen weiteren Burggraben, durch das erste Burgtor bei der Schildmauer, weiter bergan an der Außenmauer des Palas über einen in den steilen Felsen angelegten Zwinger zum zweiten Burgtor. Damit stand bzw. steht man im Inneren direkt beim Bergfried.
Weiter gegen Nordwesten schließt ein sehr großer Burghof an in dem keine Gebäude sichtbar sind. Am nordwestlichen Ende der langezogenen Festung finden sich noch Mauern mit gut erhaltenem Verputz eines mächtigen mehrstöckigen Wohnhauses bzw. Wohnturmes. Daneben noch letzte Reste der kleinen Burgkapelle. Auffälligstes Detail ist eine kleine verzierte Wandnische die als “Sakramenthäuschen” anzusprechen ist. Ein Vorläufer des später üblichen Tabernakels. Den Abschluss bildet eine senkrecht in einen weiteren Graben abfallende Außenmauer.
Die Burg wird ab 1800 als ruinös beschrieben und wird auch nicht erhalten.
Historische Ansichten der Burg Schmirnberg
Burgruine Schmirnberg im Jahr 2025. Ruine Schmirnberg nach Carl Reichert 1865. Ansicht von Südost. Beim Bauwerk zwischen den beiden Rundtürmen im Vordergrund handelt es sich um den gotischen Palas mit seiner dicken Schildmauer, der darüber abgebildete rechteckige Turm (Bergfried) ist heute vollständig verschwunden. Von den beiden schrägen Strebepfeilern and der Außenmauer ist der kleinere erhalten, beide rechts danebenliegende Rundtürme sind noch teilweise erhalten. Der größere der beiden ist jener, der am Luftbild weiter oben erkennbar ist. Ebenso erhalten ist zum Beispiel auch die freistehende Mauer über dem kleineren der beiden Strebepfeilern. Sie ist im Luftbild oben zu sehen (Mauer mit den zwei Fensteröffnungen). Die Tour zeigt an deren Außenseite nicht nur gut erhaltenen Verputz mit Verzierungen sondern auch eine mögliche Jahreszahl. Das vierstöckige Rechteckgebäude links ist jenes, das im Luftbild links außen aus dem Wald ragt. Burg Schmiernberg nach Georg Matthäus Vischer um 1680 grob von Norden gesehen. Die Darstellung wird der Größe der Anlage nicht gerecht. Sie wirkt kleiner als sie war. Der schmale Turm kann eindeutig als der heute verschwundene Bergfried identifiziert werden, das bei Vischer dreistöckige große Gebäude rechts als der nordwestliche Wohnturm (bei Merian 1649 links außen abgebildet). Burg Schmierenberg von Süden aus nach Matthäus Merian 1649. Die beste und genaueste historische Darstellung die öffentlich zugänglich zu finden war. Die Geländedarstellung scheint nicht ganz stimmig zu sein. Im Gegensatz zu Vischer der grundsätzlich die Steilheit der Berge bis in das Absurde überzeichnete ist der Burgberg bei Merian wiederum zu wenig steil dargestellt. Der rechts neben der Burg zwischen den Brücken sich befindliche Verteidigungsbau (Vorwerk, Barbakane) ist heute als kleiner Mauerrest im Wald verortbar (die Tour zeigt ihn), von den Wirtschafstgebäuden rechts im Bild ist heute nichts mehr erkennbar. Diese Abbildung dient in der virtuellen Tour immer wieder als Orientierungshilfe.Burg Smirinberg von Norden nach Johannes Clobucciarich ca. um 1605. Älteste bekannte Ansicht. Der niedrige freie Abschnitt in Bildmitte ist der große Burghof, das große Gebäude rechts außen der große Wohnturm/Wohngebäude im Nordosten. Links außen (vier angedeutete Fenster) ist wahrscheinlich der gotische Palas skizziert mit anschließender Brücke über den Graben.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Burgruine ist frei zugänglich aber trotz der Größe nicht ganz einfach zu finden. Da der Schotterweg der unter die Anlage führt Fahrverbot aufweist, muss man eine kleine Wanderung in Kauf nehmen. Ein Warnschild weist darauf hin, dass man beim Besuch trittsicher sein sollte. Was tatsächlich stimmt. Manche Stellen sind wirklich etwas ausgesetzt und man sollte dort besser nicht ausrutschen.
Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Kammerstein im Liesingtal in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3). Der Zugang zur Anlage erfordert Trittsicherheit – und so ist die VR-Tour eine alternative Möglichkeit für einen Besuch. Es gibt keinerlei Hinweise auf einen Erhalt und die Anlage vefällt seit über 500 Jahren.
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2024 und 2025 statt. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten als ein Besuch im Sommer (Bewuchs). Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Kammerstein
Die zweite und niedriger gelegene der beiden Burgen über Kammern im Liesingtal in der Steiermark. Vom Tal aus sind beide nicht gleich erkennbar. Sie wird 1145 erstmals urkundlich erwähnt und ähnlich der höhergelegenen Schwesterburg Ehrenfels bereits recht früh – um 1542 – als verfallen und damit nicht mehr bewohnt beschrieben. Zwar wollte man die Burg um 1510 nochmals ausbauen, es kam aber nicht mehr dazu. Einzig der Bergfried erhielt einen neuen Anstrich. Das sieht man auch: er hat heute auf der Außenseite noch sehr gut erkennbaren Verputz mit rechteckigen Verzierungen. Links neben dem Eingang zum Turm ist sogar noch ein letzter Rest der älteren Bemalung in Rot-Weiß erhalten.
Die Burg steht auf einem fast von allen Seiten unzugänglichen Felsen der die Größe und Form der Burg vorgibt durch den wenigen Platz, den er bietet. Am Fuß des Burgfelsens bestand eine im ebenen Gelände rechteckig ummauerte Vorburg mit vielleicht 30m * 30m Größe, davor ein Halsgraben. Davon sind heute ein paar Mauerreste erhalten. Ein ausgesetzter in den senkrechten Fels gehauener Weg der sich am Ende auf weniger als zwei Meter verjüngt war und ist der einzige Zugang in die hochgelegene Hauptburg. Er kann als eine Art Zwinger agiert haben, denn im Feindesfall war dieser die einzige Möglichkeit und Seite eines Angriffs und von Oben herab zu verteidigen.
Zwei Tore befinden sich am Ende des Felssteiges in einem abenteuerlich anmutenden in den Überhang gebauten Torwerk. Weiter nach oben Richtung Bergfried gibt es noch Reste des anschließenden Torhauses, des Wohnturmes (ältester Teil der Anlage) und der Ringmauer. Am Ende des Weges steht der recht schmale aber hohe Bergfried der vier bis fünf Stockwerke besaß. Heute ist er versperrt, im Inneren wurde eine grobe Holzkonstruktion die an einen Hochsitz erinnert erbaut die auf die in Glas und Holz gehaltene Aussichtsplattform führt. Sie ist offenbar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Informationen zur Bausubstanz sind in der Tour zu finden.
Beschreibung von Otto Piper 1903
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1903 die Wehranlage beschrieben in Band 2. Damals war insbesondere von der Vorburg noch mehr erhalten. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Insgesamt erscheint so manches Detail etwas ungewöhnlich: Die zu großen Schlüsselloch-Schießscharten des Torhauses hatten wohl keine Wehrfunktion, da von dieser Seite ein Angriff wegen des steilen Geländes kaum zu erwarten war bzw. der Feind außerhalb der Schußweite lag. Wahrscheinlich wurden sie rein zu optischen Zwecken verbaut um Wehrhaftigkeit von weiter Entfernung zu signalisieren.
Vom Wohnturm aus führt von einer Maueröffnung aus eine glatt ausgeweitete Felsspalte nahezu senkrecht nach unten zum Zugangsweg im Fels (Zwinger). Der Zweck ist unklar – in jedem Fall aber ein bemerkenswertes Detail. Vermutungen dazu in der Tour.
Die Ringmauer hatte einen hölzernen Wehrgang (wie viele Burgen). In dieser Lage über dem senkrechten Fels erscheint er aber nahezu sinnlos, da ein Angriff hier nicht möglich war. Gleiches gilt für den Bergfried. Als Wohnmöglichkeit viel zu klein und zur Verteidigung ebenfalls nicht nötig in dieser Lage. Als Aussichtsturm, Statussymbol und als Symbol der Wehrhaftigkeit vielleicht erklärbar. Zu einer Burg gehört einfach ein Bergfried. Es gibt aber in der Steiermark mindestens eine Burg ohne Turm/Bergfried – Ruine Katsch.
Eine Sage und ein Votivbild – der Kammersteiner Fenstersturz
Die Lage über dem meist senkrechten Fels führte zu einem Votivbild (um 1500 entstanden, ehemals in der Basilika in Mariazell und heute im Joanneum – Alte Gallerie Eggenberg in Graz ausgestellt) mit dazugehöriger Geschichte bzw. Sage: Eine Mutter in der Burg hielt ihren dreijährigen Sohn dem nach Jahren im Tal ankommenden Vater aus dem Burgfenster entgegen. Der Knabe entglitt ihr, stürzte den Burgfelsen entlang in die Tiefe und überlebte auf wundersame Weise unbeschadet. Eine Wallfahrt nach Mariazell und der Auftrag des Gemäldes aus Dankbarkeit waren die Folge.
Ruine Kammerstein im Jahr 2024. Links der Bergfried mit der nicht öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, nach rechts anschließend: Ringmauer, Wohnturm und Torhaus. Rekonstruktion der Burg Kammerstein um 1450. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Rechts unten das Torhaus mit vier Schlüsselscharten, oben mitte der Wohnturm und links oben der sehr schmale Bergfried. Postkarte der Ruinen Kammerstein (rechts) und Ehrenfels (links weiter oben) um 1912. Ruine Kammerstein um 1850 nach Wilhelm Leifer. Der Maler war dafür bekannt, dass er vor allem für den Österreichischen und Deutschen Alpenverein Landschaftsbilder angefertigt hat. Der Bergfried links erscheint mir etwas zu breit und zu wenig hoch abgebildet. Lithographie um 1830 der Ruine KammersteinSchon um 1680 eine Ruine. Nach Georg Matthäus Vischer in seiner Topographia Ducatus Stiriae. Da kann man nur sagen: “Hier steckt viel Phantasie und wenig Bemühen drin”. Neben dem, dass hier eine Burgenruine mit Bergfried in übertrieben bergiger Umgebung abgebildet ist, kann man im Grunde nichts weiter entnehmen. Außer eben, dass Kammerstein schon damals nicht mehr bewohnt war.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Burgruine ist frei zugänglich. Am Weg von Kammern aus besteht aber Fahrverbot auch für Radfahrer – mein kleines Gefährt musste ich deshalb den teils recht steilen Schotterweg schieben und tragen. Und sogar dabei wurde ich von einem Forstmitarbeiter (inklusive Allradauto) angehalten, der das Fahrverbot betonte. Womit – also mit Tragen und Schieben – auch das Fahrrad in der Tour sich entschuldigt. So rein zur Sicherheit erwähnt.
Thema Sicherheit: Dass der Zugang zur Burg erlaubt ist, erstaunt heutzutage schon ein wenig – denn allzu oft wird über das Argument “Sicherheit” einfach jegliche Aktivität verboten. Ruine Kammerstein dagegen ist nur über einen sehr schmalen und einige Meter lang sehr ausgesetzten Pfad, der in den senkrechten und teils sogar überhängigen Burgfelsen gehauen ist, betretbar. Trittsicherheit ist Voraussetzung, und wer sich hier nicht wohlfühlt sollte es meiner Meinung nach einfach dabei belassen, die Kernburg nicht zu betreten.
Josephinische Landesaufnahme 1785
Die Burg bzw. damals auch schon Ruine ist auf der Karte nicht verzeichnet.
Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880
Auf der genaueren und deutlich jüngeren Karte der Habsburgermonarchie ist Ruine Kammerstein erfasst worden. Die Beschriftung ist etwas schwer erkennbar – links neben dem Eintrag “Ramelboden”.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Die Burg-Ruine Hauenstein liegt recht abgelegen und hoch (über 950 Meter Seehöhe) am Ende des Kainachtales bei Bärnbach in der Steiermark. Errichtet wurde sie um 1200. Anno dazumal schützte sie den später ab dem 15ten und 16ten Jahrhundert immer unwichtiger werdenden Handelsweg von Voitsberg über die Gleinalpe bis in das obere Murtal. Und so wurde sie irgendwann danach verlassen. Spätestens der Brand um 1600 führte dann zu einer vollständigen Aufgabe. Interessantes Detail: die älteste genaue Beschreibung einer steirischen Burgenruine stammt von Josef Scheiger (1878) und beschreibt genau dieses Ruine – ein Burgenbegeisterter der ersten Stunde also.
Teilweise wurde die Ruine durch Renovierungsarbeiten rekonstruiert. Ein Beispiel ist der hochgelegene Erker an der Nordseite des Wohnturmes. Die Umfassungsmauer dagegen (eine zweite Mauer außerhalb der Ringmauer die die gesamte Burg umgibt) ist nur noch in Teilen erhalten.
Sehenswert: Der Wohnturm mit seinem “wuseligen” Inneren. Kleine gotische Fenster mit steinernen Sitzbänken, gotische Wandnischen, schön geformte Auflagen für die Deckenbalkenkontruktion, Türfassungen in gotischer Spitzbogenform, … Eine große Zisterne ist ebenso gut erkennbar.
Beschreibung von Otto Piper 1903
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1904 die Wehranlage beschrieben in Band 4. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Die Burgruine im Jahr 2024Rekontruktionszeichnung der Burg Hauenstein um 1500. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Der kleinere Anbau rechts nebem dem Wohnturm fehlt heute größtenteils. Die kleinen Spitzdächer davor überdecken die Zisterne. Eines der Gebäude im unteren Burghof könnte eine Küche oder eine Schmide gewesen sein. Der Rauchabzug des Kamins ist heute noch in der Mauer erkennbar.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme
In der Karte um 1785 wird Hauenstein als “Altes Schloss Biber” bezeichnet.
VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3): URL dieser Seite im Browser der VR-Brille eingeben und das Symbol mit der Brille aktivieren.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Burg-Ruine Alt-Leonroth – der Vorgängerbau von Neu-Leonroth. Um 1200 erbaut und seit wahrscheinlich über 500 Jahren dem Verfall preisgegeben. Und so ist von dieser ehemaligen Höhen-Burg heute kaum mehr etwas zu sehen. Ein paar Mauerreste der Ringmauer mit ein paar Schießscharten für Armbrüste, ein im Norden erkennbarer sogenannter Halsgraben – mehr ist heute nicht mehr vorhanden. Ursprünglich diente sie zur Bewachung der alten Straße auf die Pack. Diese wurde aber bereits im ausgehenden Mittelalter verlegt und die Anlage damit unnötig. Abgelöst wird sie dann von der Burg Neu-Leonroth wenige Kilometer entfernt und von der heute viel mehr erhalten ist.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Alt-Leonroth ist frei zugänglich und kleine Holzschilder weisen sogar den Weg. Leicht zu finden ist sie trotzdem nicht.
Ruine Henneberg oder Henneburg ist eine sehr versteckt liegende und sehr kleine Ruine bei Deutschfeistritz bzw. Übelbach. Viel ist nicht erhalten. Was daran liegt, dass diese Wehranlage (erste Erwähnung 1145) bereits 1319 wieder aufgegeben wurde. Genug Zeit für das fast vollständige Verschwinden. Erkennbar ist die Bauepoche auch an der Art der Mauern. Im Gegensatz zu späteren Bauwerken, wurden Mauern wie diese hier mit rechteckig behauenen regelmäßigen Steinquadern hochgezogen. Später verzichtete man auf diese aufwändige Art und verwendete einfach unregelmäßig geformte Bruchsteine.
Interessant ist, dass diese romanische Anlage – weil eben so früh wieder verlassen – nie umgebaut wurde. Ein eher seltenes Beispiel also, für eine romanische kleine Burg aus dem Hochmittelalter – der Blütezeit der Ritter und Minnesänger und die Zeit eines allgemeinen Aufschwunges. Besser erhaltene Burganlagen wurden üblicherweise der nachfolgenden Bauepoche entsprechend gotisch umgestaltet und ausgebaut. Und ab und an noch weiter in Richtung Barockzeit, falls die Anlage noch bewohnt und genutzt wurde.
Sichverbindung bestand zu den Burgen Pfannberg und Peggau.
Wie diese nun mehr oder weniger verschwundene Burg ausgesehen haben mag? Ein virtueller Besuch von Ruine Waldstein lohnt sich dafür.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
VR-Brillen-geeignet (z.B. Quest 3)
Die heutige Ruine besteht aus kaum mehr als ein paar Mauern – und so fühlt sich die virtuelle Tour eher wie ein Waldspatziergang an. Aufgenommen wurden die Bilder im Juni 2024.
Ansichten
Die wenigen Reste der Hennburg 2024. Hier der am besten erhaltene Teil – der nach Süden ausgerichtete Abschnitt der Ringmauer. In der Regel gib es hier auf dieser Website noch die übliche ältere Darstellung um 1680 von Georg Matthäus Vischer, der unter anderem alle nennenswerten Wehranlagen in der Steiermark bildhaft darstellte. Die Henneburg fehlt – sicher deshalb, weil bereits damals schon lange eine Ruine und nicht weiter von Bedeutung.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Die kleine Anlage ist in der Karte nicht erfasst.
Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880
Das kleine Quadrat unter dem Buchstaben “g” des Schriftzuges “Himberg” könnte die Verortung der Ruine sein.
Kleine Informationen zur Bausubstanz sind im virtuellen Rundgang (wie üblich am besten am PC und mit Kopfhörern oder noch besser mit VR-Brille) an manchen Ecken angebracht. Für nähere Informationen zur Geschichte und dem Bau dienen die Webverweise weiter unten. Der Rundgang umfasst so gut .
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Besucht man die Burg-Ruine Neu-Leonroth zur richtigen Zeit – Frühling bei sonnigem warmen Wetter – darf man sich überraschen lassen von diesem romatisch und verwunschen wirkenden Ort. Fast schon märchenhaft rankt sich an allen Mauern dicht an dicht Efeu hoch, schmale lichte Waldpfade führen durch die Anlage, der Waldboden ist grün bewachsen, Farne ragen dazwischen empor. Die Ruine ist frei zugänglich ohne Beschränkung.
Sie löste anno dazumal die Vorgängerburg Alt-Leonroth ab von der heute kaum mehr etwas erhalten ist. Sie kann aber auch virtuell erkundet werden auf dieser Seite.
Es ist nicht genau bekannt, wann sie erbaut wurde, wahrscheinlich um 1300. Sie verfällt seit dem 17ten Jahrhundert.
Historische Ansichten
Neu-Leonroth 2024. Hier abgebildet die Wehranlage des Haupttores und der Graben vor der nördlichen Ringmauer.Die Burg um 1680 nach Georg Matthäus Vischer. Die Darstellung wird der Anlage nicht wirklich gerecht. Zu klein erscheint sie. Die ausgedehnte spätgotische Vorburg (links im Bild) ist hier eher wie ein größerer Garten abgebildet. Ein Halbrundturm der nördlichen Vormauer und deren Graben (vorne im Bild) fehlen ebenso wie der rechts dem Hauptgebäude vorgelagerte Halsgraben. Das Haupttor schließt auch nicht direkt an die Hauptburg an, sondern ist mit ihr über eine steil den Hang hochgehende Wehrmauer verbunden. Der Grund dafür ist aber nicht ein späterer Ausbau nach 1680. Denn zu jener Zeit war die Festung zwar noch intakt aber möglicherweise bereits verlassen. Mit anderen Worten – die Proportionen und viele Details sind nicht stimmig. Der Gebäudeteil am rechten Ende (West) mit der Schmalseite zum Betrachter ist die Hauptwohneinheit, links hinten anschließend wäre die Kapelle zu verorten.
Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
Namenlos wurde die Anlage erfasst (zwei rote skizzierte Türme in Kartenmitte).