Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Wessenstein bei Stainz in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im April 2026 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Burgruine Wessenstein
Lange schon, vor rund 700 Jahren (!) um 1300 wurde Burg Wessenstein verlassen. Seither verfällt sie. So gesehen ist es überraschend, dass überhaupt noch etwas von der rund 100m x 35m großen Anlage zu sehen ist. Erbaut wurde der Purckstall zu Webssenstein um 1200 von den Wessensteinern die Dienstmannen der Wildoner waren. Sie sicherte einst einen der Passübergänge in Richtung Kärnten von Stainz über die Koralpe.
Viel hat sich nicht erhalten: Am besten ist noch der Rest des Osttores und ein anschließender Raum erkennbar. Dazu noch Steinscharren der Ringmauer und nicht klar zuordenbare Grundmauerreste von Gebäuden innerhalb der Burg. Auf der höchsten Erhebung stand wahrscheinlich ein Turm von dem heute exakt nichts mehr erkennbar ist. Letzte Spuren des zur Burg gehörigen Wirtschaftshofes (Maierhof) findet man im Osten – die Tour deckt auch diesen Bereich ab.
Geografische Lage
Die Ruine ist frei zugänglich – ein kleiner Wegweiser steht am Rande der schmalen Straße die hier als Theußenbach ausgewiesen ist.
Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880
Die Burgruine ist nicht verzeichnet.
Weblinks zur Ruine Wessenstein
Über die Burg ist kaum etwas im Netz zu finden. Die beste Online-Beschreibung liefert noch Wikipedia.
Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Kammerstein im Liesingtal in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3). Der Zugang zur Anlage erfordert Trittsicherheit – und so ist die VR-Tour eine alternative Möglichkeit für einen Besuch. Es gibt keinerlei Hinweise auf einen Erhalt und die Anlage vefällt seit über 500 Jahren.
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2024 und 2025 statt. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten als ein Besuch im Sommer (Bewuchs). Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Kammerstein
Die zweite und niedriger gelegene der beiden Burgen über Kammern im Liesingtal in der Steiermark. Vom Tal aus sind beide nicht gleich erkennbar. Sie wird 1145 erstmals urkundlich erwähnt und ähnlich der höhergelegenen Schwesterburg Ehrenfels bereits recht früh – um 1542 – als verfallen und damit nicht mehr bewohnt beschrieben. Zwar wollte man die Burg um 1510 nochmals ausbauen, es kam aber nicht mehr dazu. Einzig der Bergfried erhielt einen neuen Anstrich. Das sieht man auch: er hat heute auf der Außenseite noch sehr gut erkennbaren Verputz mit rechteckigen Verzierungen. Links neben dem Eingang zum Turm ist sogar noch ein letzter Rest der älteren Bemalung in Rot-Weiß erhalten.
Die Burg steht auf einem fast von allen Seiten unzugänglichen Felsen der die Größe und Form der Burg vorgibt durch den wenigen Platz, den er bietet. Am Fuß des Burgfelsens bestand eine im ebenen Gelände rechteckig ummauerte Vorburg mit vielleicht 30m * 30m Größe, davor ein Halsgraben. Davon sind heute ein paar Mauerreste erhalten. Ein ausgesetzter in den senkrechten Fels gehauener Weg der sich am Ende auf weniger als zwei Meter verjüngt war und ist der einzige Zugang in die hochgelegene Hauptburg. Er kann als eine Art Zwinger agiert haben, denn im Feindesfall war dieser die einzige Möglichkeit und Seite eines Angriffs und von Oben herab zu verteidigen.
Zwei Tore befinden sich am Ende des Felssteiges in einem abenteuerlich anmutenden in den Überhang gebauten Torwerk. Weiter nach oben Richtung Bergfried gibt es noch Reste des anschließenden Torhauses, des Wohnturmes (ältester Teil der Anlage) und der Ringmauer. Am Ende des Weges steht der recht schmale aber hohe Bergfried der vier bis fünf Stockwerke besaß. Heute ist er versperrt, im Inneren wurde eine grobe Holzkonstruktion die an einen Hochsitz erinnert erbaut die auf die in Glas und Holz gehaltene Aussichtsplattform führt. Sie ist offenbar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Informationen zur Bausubstanz sind in der Tour zu finden.
Beschreibung von Otto Piper 1903
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1903 die Wehranlage beschrieben in Band 2. Damals war insbesondere von der Vorburg noch mehr erhalten. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Insgesamt erscheint so manches Detail etwas ungewöhnlich: Die zu großen Schlüsselloch-Schießscharten des Torhauses hatten wohl keine Wehrfunktion, da von dieser Seite ein Angriff wegen des steilen Geländes kaum zu erwarten war bzw. der Feind außerhalb der Schußweite lag. Wahrscheinlich wurden sie rein zu optischen Zwecken verbaut um Wehrhaftigkeit von weiter Entfernung zu signalisieren.
Vom Wohnturm aus führt von einer Maueröffnung aus eine glatt ausgeweitete Felsspalte nahezu senkrecht nach unten zum Zugangsweg im Fels (Zwinger). Der Zweck ist unklar – in jedem Fall aber ein bemerkenswertes Detail. Vermutungen dazu in der Tour.
Die Ringmauer hatte einen hölzernen Wehrgang (wie viele Burgen). In dieser Lage über dem senkrechten Fels erscheint er aber nahezu sinnlos, da ein Angriff hier nicht möglich war. Gleiches gilt für den Bergfried. Als Wohnmöglichkeit viel zu klein und zur Verteidigung ebenfalls nicht nötig in dieser Lage. Als Aussichtsturm, Statussymbol und als Symbol der Wehrhaftigkeit vielleicht erklärbar. Zu einer Burg gehört einfach ein Bergfried. Es gibt aber in der Steiermark mindestens eine Burg ohne Turm/Bergfried – Ruine Katsch.
Eine Sage und ein Votivbild – der Kammersteiner Fenstersturz
Die Lage über dem meist senkrechten Fels führte zu einem Votivbild (um 1500 entstanden, ehemals in der Basilika in Mariazell und heute im Joanneum – Alte Gallerie Eggenberg in Graz ausgestellt) mit dazugehöriger Geschichte bzw. Sage: Eine Mutter in der Burg hielt ihren dreijährigen Sohn dem nach Jahren im Tal ankommenden Vater aus dem Burgfenster entgegen. Der Knabe entglitt ihr, stürzte den Burgfelsen entlang in die Tiefe und überlebte auf wundersame Weise unbeschadet. Eine Wallfahrt nach Mariazell und der Auftrag des Gemäldes aus Dankbarkeit waren die Folge.
Ruine Kammerstein im Jahr 2024. Links der Bergfried mit der nicht öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, nach rechts anschließend: Ringmauer, Wohnturm und Torhaus. Rekonstruktion der Burg Kammerstein um 1450. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Rechts unten das Torhaus mit vier Schlüsselscharten, oben mitte der Wohnturm und links oben der sehr schmale Bergfried. Postkarte der Ruinen Kammerstein (rechts) und Ehrenfels (links weiter oben) um 1912. Ruine Kammerstein um 1850 nach Wilhelm Leifer. Der Maler war dafür bekannt, dass er vor allem für den Österreichischen und Deutschen Alpenverein Landschaftsbilder angefertigt hat. Der Bergfried links erscheint mir etwas zu breit und zu wenig hoch abgebildet. Lithographie um 1830 der Ruine KammersteinSchon um 1680 eine Ruine. Nach Georg Matthäus Vischer in seiner Topographia Ducatus Stiriae. Da kann man nur sagen: “Hier steckt viel Phantasie und wenig Bemühen drin”. Neben dem, dass hier eine Burgenruine mit Bergfried in übertrieben bergiger Umgebung abgebildet ist, kann man im Grunde nichts weiter entnehmen. Außer eben, dass Kammerstein schon damals nicht mehr bewohnt war.
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Die Burgruine ist frei zugänglich. Am Weg von Kammern aus besteht aber Fahrverbot auch für Radfahrer – mein kleines Gefährt musste ich deshalb den teils recht steilen Schotterweg schieben und tragen. Und sogar dabei wurde ich von einem Forstmitarbeiter (inklusive Allradauto) angehalten, der das Fahrverbot betonte. Womit – also mit Tragen und Schieben – auch das Fahrrad in der Tour sich entschuldigt. So rein zur Sicherheit erwähnt.
Thema Sicherheit: Dass der Zugang zur Burg erlaubt ist, erstaunt heutzutage schon ein wenig – denn allzu oft wird über das Argument “Sicherheit” einfach jegliche Aktivität verboten. Ruine Kammerstein dagegen ist nur über einen sehr schmalen und einige Meter lang sehr ausgesetzten Pfad, der in den senkrechten und teils sogar überhängigen Burgfelsen gehauen ist, betretbar. Trittsicherheit ist Voraussetzung, und wer sich hier nicht wohlfühlt sollte es meiner Meinung nach einfach dabei belassen, die Kernburg nicht zu betreten.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Die Burg-Ruine Hauenstein liegt recht abgelegen und hoch (über 950 Meter Seehöhe) am Ende des Kainachtales bei Bärnbach in der Steiermark. Errichtet wurde sie um 1200. Anno dazumal schützte sie den später ab dem 15ten und 16ten Jahrhundert immer unwichtiger werdenden Handelsweg von Voitsberg über die Gleinalpe bis in das obere Murtal. Und so wurde sie irgendwann danach verlassen. Spätestens der Brand um 1600 führte dann zu einer vollständigen Aufgabe. Interessantes Detail: die älteste genaue Beschreibung einer steirischen Burgenruine stammt von Josef Scheiger (1878) und beschreibt genau dieses Ruine – ein Burgenbegeisterter der ersten Stunde also.
Teilweise wurde die Ruine durch Renovierungsarbeiten rekonstruiert. Ein Beispiel ist der hochgelegene Erker an der Nordseite des Wohnturmes. Die Umfassungsmauer dagegen (eine zweite Mauer außerhalb der Ringmauer die die gesamte Burg umgibt) ist nur noch in Teilen erhalten.
Sehenswert: Der Wohnturm mit seinem “wuseligen” Inneren. Kleine gotische Fenster mit steinernen Sitzbänken, gotische Wandnischen, schön geformte Auflagen für die Deckenbalkenkontruktion, Türfassungen in gotischer Spitzbogenform, … Eine große Zisterne ist ebenso gut erkennbar.
Beschreibung von Otto Piper 1903
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1904 die Wehranlage beschrieben in Band 4. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Die Burgruine im Jahr 2024Rekontruktionszeichnung der Burg Hauenstein um 1500. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Der kleinere Anbau rechts nebem dem Wohnturm fehlt heute größtenteils. Die kleinen Spitzdächer davor überdecken die Zisterne. Eines der Gebäude im unteren Burghof könnte eine Küche oder eine Schmide gewesen sein. Der Rauchabzug des Kamins ist heute noch in der Mauer erkennbar.
VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3) Die Tour ist als “Work in Progress” zu betrachten. Erste Aufnahmen vom Sommer 2024, es folgten weitere im März 2025, weitere sind für die Zukunft geplant.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Anlage
Von der Burg-Ruine Liechtenstein bei Judenburg in der Steiermark ist nicht mehr allzuviel erhalten – verfällt sie ja schon seit ca. 1500. Auffällig wenig ist im Netz über sie zu finden – nicht einmal einen Eintrag auf Wikipedia scheint sie wert.
Der erste nachgewiesene Besitzer (1140) war Dietmar von Liechtenstein. Allerdings dürfte ein Vorgängerbau aus Holz bereits im 11ten Jahrhundert (zwischen 1000 und 1100) vorhanden gewesen sein. Prominentester Vertreter der Familie der Liechtensteiner (nicht verwandt mit der heutigen Adelsfamilie Liechtenstein) war der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein der seine eigene Burg – Frauenburg bei Unzmarkt – erbauen ließ. Und eben diese Familie nannte sich nach deren Stammsitz der heutigen Ruine Liechtenstein bei Judenburg.
Der am besten erhaltene Teil ist ein Teil der Ringmauer unterhalb des nicht mehr erhaltenen Bergfrieds. Sie ist auch von großer Entfernung von Westen aus sichtbar. Erkennbar und gesichert ist noch in Ansätzen die Kapelle mit halbrunder Apsis und Grundrisse weiterer nicht näher zuordenbarer Gebäudeteile. Ebenfalls drei Burgtore: eines im Süden durch die äußere Ringmauer und der heutige Zugang (inklusive Verbotsschild), eines im Osten und letzte Reste des Haupttores im Westen unerhalb des gut sichtbaren Mauerstücks der Ringmauer unter dem Bergfried.
Die Ruine Lichtenstein im Jahre 2024. Hier zu sehen der am besten erhaltene und älteste Teil – ein Abschnitt der alten Ringmauer. Von hier hat die Burg wohl ihren Ausgang genommen, anzunehmen ist rund um 1200. Vom zentralen Turm (Bergfried) ist heute so gut wie nichts mehr erkennbar. Er befand sich von hier aus betrachtet rechts etwas über dem Ringmauerteil.Die Ruine um 1900 auf einer colorierten Postkarte. Ruine Liechtenstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680. Schon damals nur noch eine Ruine. Sie wurde bereits um 1500 verlassen und dem Verfall preisgegeben.Judenburg um 1680 nach Georg Matthäus Vischer. Links die Ruine Liechtenstein. Obwohl ja Vischer immer übertreibt in seinen Darstellungen kann man mit beiden Abbildungen einen guten Eindruck von der Burg Liechtenstein gewinnen. Vom hohen zentralen Turm (Bergfried) ist heute nichts mehr erhalten. Die Mauer an seinem Fuß rechts ist wohl diejenige, die auch heute noch prominent vom Tal aus sichtbar ist. Trotzdem kann nicht wirklich der Geländebefund und Vischers Darstellung einfach in Übereinstimmung gebracht werden. Was nur auf dieser Abbildung festgehalten wurde, ist der heute völlig verschwundene Torbau rechts unter der Ringmauer. Interessant auch, dass Vischer den Turm im ersten Kupferstich ohne Dach und mit Bäumen darauf skizzierte, im Stich hier mit Dach. Obwohl Vischer zwar an die 20 Jahre an seiner Topographia arbeitete – so schnell geht das auch nicht. Eventuell ist hier ein Auftraggeber mitverantwortlich dafür. Vischer verkaufte auch Einzelblätter. Und wenn jemand eine kleine “Optimierung” wollte – wird er sie auch bekommen haben. Judenburg war damals (im Gegensatz zu heute) nicht mittellos. Sucht man sich alle bekannten Kupferstiche zusammen, gibt es ein paar darunter, wo nach dem Geschmack der Zeit zum Beispiel Spitzdächer in barocke Zwiebeldächer durch Ausbesserung der Kupferplatten ausgestattet wurden. Die Unzuverlässigkeit Vischers bei seinen Darstellungen ist auch Otto Piper aufgefallen, wie mir im Nachhinein klar wurde (sein Burgenwerk habe ich erst 2025 digital in die Hände bzw. auf den Bildschirm bekommen).
Geografische Lage & Zugänglichkeit
Vor einigen Jahren war die Burg noch ein beliebtes Ziel für Familienspaziergänge. Heute ziert wie so oft eine grelle Verbotstafel (eigentlich sind es zwei gleich am Eingang) das ehemalige Südtor. “Privatgrundstück. Betreten verboten”. Immerhin klar und eindeutig. Warum gibt es dann trotzdem eine Tour hier auf dieser Seite? Nun – ich bin das erste Mal tatsächlich wieder von dannen gezogen. Aber ich weiß bis heute nicht, an wen ich mich wenden könnte und um Erlaubnis fragen. Und so nehme ich das Risiko auf mich und ermögliche Anderen zumindest den virtuellen Besuch und den digitalen Erhalt in Form von Bildern.
Manchmal ist ein Aufkauf oder Pacht einer Burgruine auch gut. Wenn es wie in manchen Fällen bei steirischen Ruinen dazu führt, dass die Bausubstanz erhalten wird indem sich jemand seinen kleinen Traum verwirklicht und in einer echten Burg wohnen will oder ein Burgverein sich Erhalt und Renovierung freiwillig zur Aufgabe gemacht hat. Wie es sich hier verhält ist (mir) unklar, positiv ist die Wirkung auf mich jedenfalls nicht.
Vielleicht wird man einfach mit dem Älterwerden auf gut österreichisch gesprochen “grantig”. Aber die Verbotsschilderkultur ohne erkennbaren Sinn für die Alltemeinheit (einstürzen wird da in nächster Zeit wohl eher nichts – abstürzen könnte man, wenn man sich sehr bemüht) geht mir, gerade weil es zunehmend auffällt auch bei Burgruinen, etwas auf die Nerven. Und hätte ich “privat” eine Ruine die ich nicht erhalte, wäre ich darüber erfreut, dass sich für den Steinhaufen jemand interessiert. Und würde meine Telefonnummer und Emailadresse auf ein Schild schreiben und DAS dort hinhängen.
Früher habe ich ohne Verbotsschild die eine oder andere Stunde in der Burgruine Liechtenstein zugebracht. Es war nett, es war freundlich.
Virtuelle vollumfassende 360°x180°-Tour durch die Ruine Hungerturm, selten auch Reckturm genannt, bei Waldstein in der Steiermark. Für PC, Tablet und VR-Brille.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3)
Die Tour ist wie auch alle übrigen mit VR-Brille wie einer Quest 3 erlebbar. Ohne Zusatzsoftware – einfach die URL dieser Seite im Browser der Brille eingeben, den dort dann sichtbaren VR-Button aktivieren – fertig.
Kurzbeschreibung der kleinen Burg Hungerturm
Burg-Ruine Hungerturm ist eine kleine vorgelagerte Burg zur im Norden liegenden Burgenruine Waldstein – genannt Hungerturm, selten auch Reckturm. Sie kann auch als Vorwerk zu Burg Waldstein gesehen werden. Eine wirklich nette, kleine Burg in sonniger und trockender Lage. Fährt man auf der Autobahn von Graz zum Gleinalmtunnel, sieht man beide Burgen rechts auf den Hügeln. Die Anlage ist sehr klein und war auch nie größer. Aus mehr als einem Wohnturm und eine umgebende Ringmauer bestand sie nie. Der Wohnturm hat einen hochgelegenen Zugang der über eine Brücke erreichbar war. Nach Außen durch die Ringmauer schützte man sich mit einer als Wippe ausgestalteten Zugbrücke. Für einen vermessenen Grundriss der Burg und genauen Aufrissplan des Turmes besuche man www.burgenseite.com.
Die heutige Bausubstanz stammt wahrscheinlich aus dem 13ten bis 14ten Jahrhundert. Vom hölzernen Vorgängerbau aus dem 11ten Jahrhundert ist heute im Gelände kaum mehr etwas erkennbar.
Historische Ansichten
Rekontruktionszeichnung der Anlage. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com)Flugaufnahmen der Ruine Hungerturm. Im Hintergrund Ruine Waldstein.Schloss Waldstein im Vordergrund, Ruine Hungerturm links auf dem Hügel vorne, im Hintergrund am Hügel Ruine Waldstein. Lithographie um 1865.
Geografische Lage
Die Burg ist über Forstwege und im letzten Stück Fußweg gut erreichbar.
Weiterführende Weblinks
Beschreibung, Fotos, Grundriss, Aufriss – alles vorhanden: www.burgenseite.com