Virtuelle Tour durch die Burg-Ruine Offenburg bei Pöls in der Obersteiermark. Abgebrannt 1590 und seither nicht mehr bewohnt oder renoviert.
Die Tour durch die Burg-Ruine Offenburg

VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3)
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

Kurzbeschreibung
Viel ist ist nicht mehr erhalten. Das ist vor allem einem Großbrand im Jahre 1590 geschuldet. Mit Ausnahme des Bergfrieds brannte die Burg gänzlich ab und wurde danach nicht mehr mehr instandgesetzt. Der Bergfried ist aber insofern sehenswert, da er ein schönes hochgelegenes romanisches Zugangstor vorzuweisen hat. Inklusive dem hölzernen Torriegel, der die letzten Jahrhunderte seit dem Brand überstanden hat.
Der romanische Bergfried liegt – und das ist etwas ungewöhnlich – abgesetzt und der eigentlichen Burganlage vorgelagert. Prinzipiell keine gute Idee wenn man eine Burg anno dazumal verteidigen wollte. Man hatte damit keine geschützte Möglichkeit eines Rückzuges in die Hauptburg im Anlassfall. Immerhin wurde der Bergfried nach dem Mittelalter noch mit einer sich nach unten verbreiternden Verstärkung (Talus) ausgestattet gegen Kanonenbeschuss. Die abgesetzte Lage war aber auch dafür verantwortlich, dass beim Großbrand der Turm verschont geblieben ist.
In Jugendjahren habe ich ein wenig im Schutt gewühlt. Sofort sind von Feuer verbogene und angeschmolzene Glasbruchstücke und verkohltes Holz zum Vorschein gekommen.
Nur in der ältesten Darstellung von Clobucciarich um 1600 wird die Offenburg mit zwei Türmen dargestellt. Der zweite Turm befand sich mitteln in der Hauptburg und war als Wohnturm ausgestaltet. Reste von ihm sind heute noch sichtbar. Die Hauptburg war durch einen Halsgraben und darüberführenden Brückenweg und ein Torthaus geschützt das heute ebenfalls noch teilweise erhalten ist.
Die restlichen Bauten sind heute so gut wie verschwunden. Vom Wohnteil hat ein verloren wirkendes Rundbogenfenster die Jahrhunderte überstanden. Und wenn man sich die Mühe macht den steilen und verwachsenen Südosthang hinunterzusteigen stößt man auf Mauerreste der ausgedehnten Vorburganlagen.
Ob die Sage des letzten Offenburger Ritters den wegen seiner Räuberei der Teufel geholt hat ein Hinweis auf die Anwesenheit von Räuberbanden sein kann ist unbekannt.
Sichtverbindung besteht zur grandiosen Burgruine Reifenstein auf der anderen Talseite.
Die Burg lag bis in die 1970er-Jahre sehr verborgen im Wald. Man hatte das Gefühl, der Erste zu sein, der diese Gemäuer besucht. Dann planierte man recht brutal einen Forstweg mitten durch die Anlage. Womit sie zwar jetzt einfach zu finden und besuchen ist, viele Reste wurden dabei aber auch zerstört.

Historische Ansichten der Offenburg



Der große mit Holz gestütze Rundbogen ist Teil des Torhauses, ebenso die zwei darüberliegenden Fenster. Das kann gut im Aquarell von Leifer verifiziert werden. Von diesem Bogen ist heute nur ein sehr kleiner kaum erkennbarer Ansatz vorhanden.

Erwähenswert ist das Fehlen des zentralen großen Wohnturmes, der auf der Skizze von Globucciarich (noch) zu sehen ist. Vermutlich hat Vischer hier sich eniges an Ungenauigkeiten erlaubt.

Interessant ist die Abbildung vor allem auch deshalb, da sie rund 11 Jahre nach dem Großbrand der Burg entstanden ist. Denn Globucciarich stellt sie mit Dächern dar.


Geografische Lage
Josephinische Landesaufnahme 1785
1785 muss wohl noch deutlich viel mehr von den heute wenigen Resten vorhanden gewesen sein, wenn damals als “Altes Schloss Ofenburg” verzeichnet.