Zum Inhalt
Startseite » Vorburg

Vorburg

Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Eppenstein bei Weißkirchen bzw. Eppenstein in der Steiermark.
Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).

Die virtuelle Tour

Start der VR-Tour Burgruine Eppenstein

Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Februar 2026 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. Vorabversion – die Tour wird in Zukunft noch erweitert.

Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

Icon Castle

Kurzbeschreibung der Ruine Eppenstein

Burg Eppenstein wird 1160 erstmals urkundlich als “Castrum Eppenstein” erwähnt. Sie kann grob in drei Abschnitte/Etagen gegliedert werden:
Die ganz oben am Fels erbaute Ringburg, eine Terrasse darunter der gotische Palas (erbaut im 13ten bis 14ten Jahrhundert) mit der Andreaskapelle und darunter die Vorburg mit einem in Resten erhaltenen Wohnhaus und Burghof (15tes Jahrhundert). Es folgten 1536 das Fallgittertor durch das man in die Vorburg gelangte, ein am Beginn des Burgfelsens an diesen gelehnte Zugbrückentor 1550, drei weiter entfernte und noch heute sichtbare Rondelle und verbindende Mauern und zumindest zwei durchführende Tore (keines davon ist erhalten).

Die Wehranlage im Kern ist aber noch etwas älter. Wo die zentrale Ringburg an der höchsten Stelle auf dem sehr schroffen Burgfelsen steht, befand um das Jahr 1000 bereits ein Vorgängerwehrbau von dem heute nichts mehr erkennbar ist. Vor 1150 wurden die heute ältesten Teile der Ringburg und gleichzeitig die ältesten Teiler der gesamten Burganlage errichtet.
Durch archäologische Untersuchungen ist gesichert, dass der Burgberg zumindest seit der Kupferzeit besiedelt war. Man fand Fibeln aus der Römerzeit, ähnlich alte Haarnadeln, Gürtelschnallen, Keramikteile, mindestens zwei Goldmünzen des Kaisers Leo I um 466 n. Chr. und mittelalerliche weitere Objekte. Erwähenswert ist ein spätrömisches Grab das 1947 im Burgumfeld entdeckt wurde. Eine reiche und lange Geschichte einer heute sehr beschaulichen Örtlichkeit.

Die Burg selbst wurde bis knapp vor deren Aufgabe immer wieder umgebaut, ein Erdbeben und Brand 1570 fügte ihr schweren Schaden zu und der letzte Burgherr zu Eppenstein war bis 1656 Christof Alban Graf von Saurau. Danach verfiel die Burg, man zog in das “Neue Schloss” am Fuße des Burgberges von dem heute allerdings so gut wie nichts mehr erhalten ist.

Die Anlage wurde vom Burgverein Eppenstein konserviert (eine Vereinswebseite exisitiert nicht) und ist heute ein sicheres Ausflugsziel. So sicher, dass aufgrund der vielen metallenen Gitter und Geländer ein wenig die Aura einer Burgruine darunter leiden mag.

Krieg & Frieden

Burg Eppenstein war zumindest zwei mal in schwere Kampfhandlungen verwickelt. Bei der jüngeren fiel die Burg an die Ungarn die sie von 1483 bis 1489 besetzten. Bei einem Versuch einer Rückeroberung kamen laut Aufzeichnungen über 100 Bauern ums Leben und sogar der Bischof von Stift Seckau wurde dabei gefangengenommen. Wie das geht, liest sich in etwa so:

Und derselb Bischolf nam sich an, den Perg umb das Gschloss mit den seinen zu behueten und zuverhalten. Nun warn vor Im die kunigischen Ratzen auff dem Perg khomen, und do der Bischolf des inne ward, do wolt er dem Hawfen seiner Helffer in die Eben zu eylen, und an der Flucht des Bischolf und der Pawren komen die Ungrischen und die Turckhen und Hussarn, auch die Ratzen, die inn dem Perg warn gewesen, und prachten den Bischolf und die Pawrschafft zwischen Im in die Mitten; do ward der Bischolf gevangen, und der Pawrn ob Hundert erschlagen, und bey 400 gevangen.

Immerhin bekommt man so eine Vorstellung über die Anzahl an Beteiligten die um die einigen Hundert sich bewegte. Und wenn man sich fragt, warum ein Bischof eine Burg erobern will – darüber wundert sich der Schreiber auch:

Pesser war gewesen, der Bischolf hett dye Zeyt den Psalter gelesen, und das weltlich Swert lassen vechten, dem es gepirdt.

Beschreibung von Otto Piper 1902

Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1902 die Wehranlage beschrieben in Band 1. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:

Icon Castle

Historische Ansichten der Burgruine Eppenstein

Burgruine Eppenstein auf einer Lithographie aus 1863
Ruine Eppenstein. Tonlithographie aus Reichert “Einst und jetzt“, Graz 1863.
Aquarell der Ruine Eppenstein nach Wilhelm Leifer um 1850
Ruine Eppenstein um 1850 nach Wilhelm Leifer. Der Maler war dafür bekannt, dass er vor allem für den Österreichischen und Deutschen Alpenverein Landschaftsbilder angefertigt hat. Der Feldweg entspricht der heutigen Hauptstraße nach Kärnten.
Burgruine Eppenstein nach Ferdinand Runk (1764 - 1834)
Burgruine Eppenstein nach Ferdinand Runk (1764 – 1834). Man blickt hier gegen Süden. Die lehmige Straße entspricht der heutigen Durchfahrtsstraße durch den Ort Eppenstein Richtung Kärnten. Mauerwerk von rechts nach links:
Rundturm der das erste Tor sicherte; Torturm des Zugbrückentores am Fels; Ringburg auf der höchsten Stelle; Palas und Kapelle; Bauwerk der Vorburg ganz links außen.
Lithografie der Burgruine Eppenstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680
Schon um 1680 eine Ruine. Nach Georg Matthäus Vischer in seiner Topographia Ducatus Stiriae. Wie häufig in dieser Zeit, war die ursprüngliche Burg bereits verlassen – ein Schlossbau im Tal war der Ersatz. Erwähnenswert ist ein kleines Detail: in der hochgelegenen Ringburg ragt in deren Zentrum noch ein weiterer kleiner turmartiger Bau empor. Von diesem ist später nichts mehr erkennbar – vielleicht war es aber nur Phantasie Vischers, was nicht ungewöhnlich wäre. Auch das “Neye Schloßs” existiert heute nicht mehr.

Geografische Lage

Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880

Josephinische Landesaufnahme 1785

Ruine Eppenstein wurde hier als “Rudera” = Ruine Eppenstein verzeichnet.

Weblinks zur Ruine Eppenstein

Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Kammerstein im Liesingtal in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3). Der Zugang zur Anlage erfordert Trittsicherheit – und so ist die VR-Tour eine alternative Möglichkeit für einen Besuch. Es gibt keinerlei Hinweise auf einen Erhalt und die Anlage vefällt seit über 500 Jahren.

Die virtuelle Tour

Start der VR-Tour Burgruine Kammerstein

Die Aufnahme des Bildmaterials fand im Sommer 2024 und 2025 statt. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten als ein Besuch im Sommer (Bewuchs). Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden.

Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

Icon Castle

Kurzbeschreibung der Ruine Kammerstein

Die zweite und niedriger gelegene der beiden Burgen über Kammern im Liesingtal in der Steiermark. Vom Tal aus sind beide nicht gleich erkennbar. Sie wird 1145 erstmals urkundlich erwähnt und ähnlich der höhergelegenen Schwesterburg Ehrenfels bereits recht früh – um 1542 – als verfallen und damit nicht mehr bewohnt beschrieben. Zwar wollte man die Burg um 1510 nochmals ausbauen, es kam aber nicht mehr dazu. Einzig der Bergfried erhielt einen neuen Anstrich. Das sieht man auch: er hat heute auf der Außenseite noch sehr gut erkennbaren Verputz mit rechteckigen Verzierungen. Links neben dem Eingang zum Turm ist sogar noch ein letzter Rest der älteren Bemalung in Rot-Weiß erhalten.

Die Burg steht auf einem fast von allen Seiten unzugänglichen Felsen der die Größe und Form der Burg vorgibt durch den wenigen Platz, den er bietet. Am Fuß des Burgfelsens bestand eine im ebenen Gelände rechteckig ummauerte Vorburg mit vielleicht 30m * 30m Größe, davor ein Halsgraben. Davon sind heute ein paar Mauerreste erhalten. Ein ausgesetzter in den senkrechten Fels gehauener Weg der sich am Ende auf weniger als zwei Meter verjüngt war und ist der einzige Zugang in die hochgelegene Hauptburg. Er kann als eine Art Zwinger agiert haben, denn im Feindesfall war dieser die einzige Möglichkeit und Seite eines Angriffs und von Oben herab zu verteidigen.

Zwei Tore befinden sich am Ende des Felssteiges in einem abenteuerlich anmutenden in den Überhang gebauten Torwerk. Weiter nach oben Richtung Bergfried gibt es noch Reste des anschließenden Torhauses, des Wohnturmes (ältester Teil der Anlage) und der Ringmauer. Am Ende des Weges steht der recht schmale aber hohe Bergfried der vier bis fünf Stockwerke besaß. Heute ist er versperrt, im Inneren wurde eine grobe Holzkonstruktion die an einen Hochsitz erinnert erbaut die auf die in Glas und Holz gehaltene Aussichtsplattform führt. Sie ist offenbar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Informationen zur Bausubstanz sind in der Tour zu finden.

Beschreibung von Otto Piper 1903

Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1903 die Wehranlage beschrieben in Band 2. Damals war insbesondere von der Vorburg noch mehr erhalten. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:

Seltsames, Erwähnenswertes & Fragwürdiges

Insgesamt erscheint so manches Detail etwas ungewöhnlich:
Die zu großen Schlüsselloch-Schießscharten des Torhauses hatten wohl keine Wehrfunktion, da von dieser Seite ein Angriff wegen des steilen Geländes kaum zu erwarten war bzw. der Feind außerhalb der Schußweite lag. Wahrscheinlich wurden sie rein zu optischen Zwecken verbaut um Wehrhaftigkeit von weiter Entfernung zu signalisieren.

Vom Wohnturm aus führt von einer Maueröffnung aus eine glatt ausgeweitete Felsspalte nahezu senkrecht nach unten zum Zugangsweg im Fels (Zwinger). Der Zweck ist unklar – in jedem Fall aber ein bemerkenswertes Detail. Vermutungen dazu in der Tour.

Die Ringmauer hatte einen hölzernen Wehrgang (wie viele Burgen). In dieser Lage über dem senkrechten Fels erscheint er aber nahezu sinnlos, da ein Angriff hier nicht möglich war. Gleiches gilt für den Bergfried. Als Wohnmöglichkeit viel zu klein und zur Verteidigung ebenfalls nicht nötig in dieser Lage. Als Aussichtsturm, Statussymbol und als Symbol der Wehrhaftigkeit vielleicht erklärbar. Zu einer Burg gehört einfach ein Bergfried. Es gibt aber in der Steiermark mindestens eine Burg ohne Turm/Bergfried – Ruine Katsch.

Eine Sage und ein Votivbild – der Kammersteiner Fenstersturz

Die Lage über dem meist senkrechten Fels führte zu einem Votivbild (um 1500 entstanden, ehemals in der Basilika in Mariazell und heute im Joanneum – Alte Gallerie Eggenberg in Graz ausgestellt) mit dazugehöriger Geschichte bzw. Sage:
Eine Mutter in der Burg hielt ihren dreijährigen Sohn dem nach Jahren im Tal ankommenden Vater aus dem Burgfenster entgegen. Der Knabe entglitt ihr, stürzte den Burgfelsen entlang in die Tiefe und überlebte auf wundersame Weise unbeschadet. Eine Wallfahrt nach Mariazell und der Auftrag des Gemäldes aus Dankbarkeit waren die Folge.

Votivbild des Ehrenfelser Fenstersturzes
Orthochromatische Glasplattenfotographie aus dem Kunsthistorischen Museum Wien um 1900 von J. Löwy, K. und K. Hof-Photograph des Mariazeller Votivbildes des Kammersteiner Fenstersturzes das sich heute in der Alten Gallerie des Joanneum in Graz Schloss Eggenberg befindet und laut Sage angeblich vom Vater des auf wunderliche Weise geretteten Knaben im Zuge der Pilgerfahrt zur Danksagung in Auftrag gegeben wurde.
Oder etwas einfacher gesagt: die einzige Fotografie die ich im Netz gefunden habe vom Votivbild.
Die Burg Kammerstein wird hier nicht unbedingt realistisch dargestellt. Im Hintergrund ist wohl die Burg Ehrenfels angedeutet.
©KHM-Museumsverband
Icon Castle

Historische Ansichten der Burg Kammerstein

Luftbild Ruine Kammerstein 2025
Ruine Kammerstein im Jahr 2024. Links der Bergfried mit der nicht öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, nach rechts anschließend: Ringmauer, Wohnturm und Torhaus.
Rekonstruktionszeichnung der Burg Kammerstein um 1450 von Martin Aigner.
Rekonstruktion der Burg Kammerstein um 1450. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Rechts unten das Torhaus mit vier Schlüsselscharten, oben mitte der Wohnturm und links oben der sehr schmale Bergfried.
Postkarterder Ruine Kammerstein um 1912
Postkarte der Ruinen Kammerstein (rechts) und Ehrenfels (links weiter oben) um 1912.
Aquarell der Ruine Kammerstein nach Wilhelm Leifer um 1850
Ruine Kammerstein um 1850 nach Wilhelm Leifer. Der Maler war dafür bekannt, dass er vor allem für den Österreichischen und Deutschen Alpenverein Landschaftsbilder angefertigt hat. Der Bergfried links erscheint mir etwas zu breit und zu wenig hoch abgebildet.
Lithographie um 1830 der Ruine Kammerstein im Liesingtal
Lithographie um 1830 der Ruine Kammerstein
Schon um 1680 eine Ruine. Nach Georg Matthäus Vischer in seiner Topographia Ducatus Stiriae. Da kann man nur sagen: “Hier steckt viel Phantasie und wenig Bemühen drin”. Neben dem, dass hier eine Burgenruine mit Bergfried in übertrieben bergiger Umgebung abgebildet ist, kann man im Grunde nichts weiter entnehmen. Außer eben, dass Kammerstein schon damals nicht mehr bewohnt war.

Geografische Lage & Zugänglichkeit

Die Burgruine ist frei zugänglich. Am Weg von Kammern aus besteht aber Fahrverbot auch für Radfahrer – mein kleines Gefährt musste ich deshalb den teils recht steilen Schotterweg schieben und tragen. Und sogar dabei wurde ich von einem Forstmitarbeiter (inklusive Allradauto) angehalten, der das Fahrverbot betonte. Womit – also mit Tragen und Schieben – auch das Fahrrad in der Tour sich entschuldigt. So rein zur Sicherheit erwähnt.

Thema Sicherheit:
Dass der Zugang zur Burg erlaubt ist, erstaunt heutzutage schon ein wenig – denn allzu oft wird über das Argument “Sicherheit” einfach jegliche Aktivität verboten. Ruine Kammerstein dagegen ist nur über einen sehr schmalen und einige Meter lang sehr ausgesetzten Pfad, der in den senkrechten und teils sogar überhängigen Burgfelsen gehauen ist, betretbar. Trittsicherheit ist Voraussetzung, und wer sich hier nicht wohlfühlt sollte es meiner Meinung nach einfach dabei belassen, die Kernburg nicht zu betreten.

Josephinische Landesaufnahme 1785

Die Burg bzw. damals auch schon Ruine ist auf der Karte nicht verzeichnet.

Franzisco-Josephinische Landesaufnahme um 1880

Auf der genaueren und deutlich jüngeren Karte der Habsburgermonarchie ist Ruine Kammerstein erfasst worden. Die Beschriftung ist etwas schwer erkennbar – links neben dem Eintrag “Ramelboden”.

Icon Castle

Weblinks zur Ruine Kammerstein

Virtuelle Tour durch die Burgruine Waldstein in der Steiermark. Vollumfassend, geeignet für PC, Tablet und VR-Brille. Weniger geeignet wegen dem kleinen Bildschirm aber doch möglich auf Smartphones.

Virtuelle Tour durch die Burg

Start der VR-Tour Burgruine Waldstein

VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3)

Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen:
Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021

Hilfe zur Tour

Der virtuelle Rundgang ist am besten in Vollbild (Doppelklick ins Bild oder Klick auf Button rechts unten), auf einem großen PC-Monitor mit Kopfhörern oder Lautsprechern erlebbar.
Rechts oben kann ein Orientierungsplan und eine Karte aktiviert werden, rechts am Rand de Ton auf stumm gesetzt, ein Kompass aus oder eingeblendet und auf Englisch umgestellt werden.
Das Infosymbol blendet Beschreibungen zum gerade Gesehenen ein.
Aktiviert man den Homebutton am oberen Bildrand, kommt man zum Luftbild/Überblick und wieder retour, senkrechte Pfeile geben Hinweis darauf, ob die Betrachteransicht erhöht oder erniedrigt werden kann.
Mit einer VR-Brille wie der Quest 3 kann man die Tour ebenso erleben. Ohne Zusatzsoftware – einfach die URL dieser Seite im Browser der Brille eingeben, den dort dann sichtbaren VR-Button aktivieren – fertig.

Icon Castle
Nordansicht (Luftbild) der Ruine Waldstein
Nordansicht der Ruine Waldstein (Kernburg) im Jahr 2025. Fast schon spektakulär der steile senkrechte Burgfelsen auf dieser Seite. Im Hintergrund der Wohnturm der vorgelagerten Ruine Hungerturm. Die große Öffnung mit Rundbogen (Bildmitte rechts) führt in jenen Raum, der in der Tour als “Sakristei” der Burgkapelle bezeichnet wird. Nach links anschließend die Außenmauer der Kapelle.

Kurzbeschreibung der Ruine Waldstein

Ruine Waldstein – die größere der beiden Anlagen die ehemals organisatorisch sicher zusammengehörten – kann als die wichtigere und zentrale Befestigungsanlage betrachtet werden, Ruine Hungerturm als eine Art Vorwerk.

Erste urkundliche Erwähnung als Castum Waldstein im Jahre 1152. Damals noch eine kleine Anlage. Es folgten wahrscheinlich im 14ten Jahrhundert der heutige Bergfried, die Burgkapelle, Palas und Ringmauer. Die ausgedehnten Anlagen (Vorburg) im Osten, Westen und Süden waren die letzten Ausbauten im 15ten und 16ten Jahrhundert. Nicht lange darauf wurde sie verlassen. Die Anlage verfällt und ist auch auf dem Kupferstich von Vischer um 1680 nur noch als Ruine ohne Dächer im Hintergrund abgebildet. Grund dafür ist wie so oft der Bau eines im Tal gelegenen Neubaues (Schloss Waldstein).

Die trockene, sonnige Lage und die grün bewachsenen Mauern erzeugen heute eine märchenhafte, verwunschene Wirkung. Allerdings ist das Areal für Besucher aufgrund der Baufälligkeit gesperrt. Die Anlage erscheint auf den ersten Blick eher klein. Sie wurde aber – wie erwähnt – mit einer ausgedehnten Vorburg nach West, Ost und Süd versehen. Diese Abschnitte umfassten Wirtschaftsgebäude und weitere Verteidigungsanlagen (Ringmauern und Rondelle) und wahrscheinlich auch Gärten.
Interessant der Turm (Bergfried): haben diese meist älteren Teile einer Burganlage durchwegs rechteckigen oder quadratischen Grundriss, so ist dieser hier dreieckig ausgestaltet. Grundsätzlich eher selten, in der Steiermark aber nicht der Einzige: Ruine Salla-Klingenstein, Ruine Pflindsberg. Als Wohnturm wurde er nie genutzt, dafür ist die Grundfläche zu klein. Stellt man sich in den Bergfried (heute über ein kleines herausgebrochenes Loch am Fuß möglich), fühlt man sich eher wie in einem Brunnenschacht als in einem geräumigen Turm.

Decken oder Zwischendecken sind heute größtenteils nicht mehr erhalten, ausgenommen ein Raum mit Tonnengewölbe (möglicherweise die Sakristei der Kapelle), der direkt an die Kapelle anschließt und die Decke über der kleinen Apsis der Kapelle.
Im kleinen innersten Burghof erkennt man das kreisrunde Loch einer Zisterne – fließendes Wasser oder Brunnenwasser gab es wohl nicht.

Sehenswert (in der Tour): dreieckiger Bergfried, Zugbrücke, Zisterne, ausgedehnte Vorburganlagen, Palas mit eindeutigen Spuren der damaligen Holzauskleidung, senkrechter Burgfelsen im Norden und die großen Abmessungen der Gesamtanlage.

Otto Piper 1907

Der Burgenhistoriker Piper hat die Burgenruine im fünften Band seines Werkes “Österreichische Burgen” 1907 beschrieben.

Icon Castle

Historische Ansichten

Schloss und Ruine Waldstein auf einer Lithographie um 1865
Schloss und Ruine Waldstein im Hintergrund auf einer Lithographie um 1865. Die Ruine links am vorderen Hügel ist Ruine Hungerturm.
Schloss Waldstein und Ruine Waldstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680
Schloss Waldstein und Ruine Waldstein nach Georg Matthäus Vischer um 1680. Im Vordergrund das “neue” Schloss Waldstein, im Hintergrund bereits verfallen die “alte” Burg Waldstein. Vischer war nicht gerade bekannt für geografisch stimmige Darstellungen. So fehlt in diesem Stich der gesamte vorgelagerte Bergrücken mit der zur Ruine Waldstein gehörigen Anlage “Ruine Hungerturm”. Ob die abgebildete Geometrie der Burg Alt-Waldstein, wie sie auch genannt wird, passt, ist ebenfalls fraglich. Der Bergfried ist nicht rechteckig sondern hat dreieckigen Grundriss.

Josephinische Landesaufnahme 1785

In der Josephinischen Karte wurde die Burg als “altes Schlos Waldstein” aufgenommen.

Icon Castle

Informationen im Netz