Virtuelle 360°-Panorama-Tour durch die Burgruine (Alt)Hohenwang bei Langenwang im Mürztal. Geeignet für PC, Smarthphone, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im August 2026 statt. Wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden – die Audiokulisse wurde direkt vor Ort aufgenommen.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Burgruine Hohenwang
Eine wirklich gute Beschreibung von Geschichte und Baugeschichte liefert der ausführliche Artikel auf Wikipedia. Kurz zusammengefasst:
Die Burg Hohenwang zählte zu den größten Burgen der Steiermark. Sie liegt langgestreckt auf einem nach drei Seiten abfallenden Felsrücken im Mürztal bei Langenwang. Nur von Osten war es deshalb nötig, mehrere hintereinanderliegende Befestigungsbauten zu schaffen.
Die Kernburg wurde in der ersten Bauphase im 12ten Jahrhundert errichtet (Ringmauer der Kernburg, romanische Burgkapelle, der Vorbau vor dem innersten Tor und die Schildmauer). Im 14ten Jahrhundert folgten die heute nur noch in geringen Resten vorhandenen Gebäude innerhalb der Kernburg, im 16ten und 17ten Jahrhundert die Vorburg mit einer Bastion (erhalten) und zwei weiteren nach Osten vorgelagerten Torbauten (eines erhalten). Dadurch erreichte die Längsausdehnung letztendlich an die 150 Meter.
Um 1700 gelangte man von Osten her so in die Burg: Man durchschritt oder durchritt ein erstes Zugbrückentor (nicht erhalten), überquerte einen breiten künstlichen Graben (Halsgraben) über eine weitere hochziehbare Brücke und gelangte durch das massive Tor (erhalten) in den Hof der Vorburg. Dort konnte man sein Pferd in der dortigen Stallung einquartieren. Wollte man direkt in die zentrale noch weiter oben gelegene Kernburg, folgte man einer überdachten langen Rampe nach oben (Rampe ohne Dach erhalten), überquerte einen weiteren kleineren Halsgraben über eine Zugbrücke und gelangte in einen Vorbau aus dem 12ten Jahrhundert (erhalten). Dort führte und führt ein letztes Tor durch die (erhaltene) hohe und auffällige Schildmauer in den Hof der Kernburg. Hohenwang zählt zu den turmlosen Burgen ohne Bergfried.
Nach mindestens einem Brand und ein späteres Erdbeben im Jahr 1770 wurde die Burg aufgegeben und das Baumaterial für das neue Schloss Hohenwang (Neu-Hohenwang) im Tal verwendet, der Verfall von Burg Hohenwang (nun auch Alt-Hohenwang genannt) setzte damit sehr schnell ein. Eine verirrte Fliegerbombe zerstörte 1945 noch gute Teile der Ringmauer und die letzten Reste der Burgkapelle. Ab den 1960ern wird die Ruine bis heute vom Burgverein renoviert und ist öffentlich zugänglich.
Erwähnenswertes
Obwohl die Burgkapelle bereits ein paar Jahre nach dem Erdbeben von 1770 abgerissen und die Burg wenig später verlassen wurde, hat sich deren gotischer Flügelalter bis heute erhalten. Mehr dazu ist in der Tour zu finden.
Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein war und ist ist bis heute als umtriebiger Steirer bekannt, sowohl durch seine Minnedichtung (erhalten hauptsächlich im Codex Manesse und im Werk Frauendienst) alsauch durch seine Leidenschaft für Turnierkämpfe mit Pferd die er selbst beschreibt. Man kann sich diese tatsächlich ein wenig so vorstellen wie in Film und Fernsehen: mit bunten Tüchern und Federn geschmückte Reiter und Pferde treten (auch) mit den typischen langen Holzlanzen gegeneinander an. Paarweise (Tjost) oder auch Gruppe gegen Gruppe (Buhur). Und genau so ein Turnier hat 1240 auf Hohenwang stattgefunden. Ulrich von Liechtenstein trat gegen Erchinger von Landesere im Tjosten an, angeblich sechs mal hintereinander mit jeweils zerbrochenen Lanzen aber letztendlich unentschieden, da keiner der Beiden aus dem Sattel geworfen wurde. Das Geschlecht der Landesehrer ließ Hohenwang erbauen und waren zur Turnierzeit noch deren Besitzer.
1529, dem Jahr der ersten Türkenbelagerung von Wien, zogen feindliche Truppen durch das Mürztal und richteten großen Schaden in der Bevölkerung an. Die Burg Hohenwang wurde zwar angeblich von einer Scharr Türken aufgesucht aber nicht ernstlich gefährdet.
Beschreibung von Otto Piper 1905
Otto Piper hat im ersten Standardwerk zur Burgenkunde 1905 die Ruine Hohenwang beschrieben in Band 4. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Burgruine Hohenwang 1944 in unrestauriertem Zustand. Zu sehen ist die Schildmauer der Kernburg (links oben) und das zweite Burgtor das auch heute noch erhalten und renoviert ist. In Vischers Abbildung aus 1680 ist es das zweite/mittlere Zugbrückentor mit dem Zwiebeltürmchen. Burg Hohenwang um 1870, damals noch „Schloss“ genannt, Blickrichtung Nordwest. Aus „Ansichten der Steiermark, mit vorzüglicher Beachtung der Alterthümer und Denkwürdigkeiten„. Graz, A. Leykam’s Erben 1870. Die Kapelle rechts im Bild existiert immer noch. Sie beherrbergte über 100 Jahre bis 1971 den originalen gotischen Altar der Burgkapelle nach Aufgabe der Anlage. Burg Hohenwang nach Georg Matthäus Vischer um 1680 in Blickrichtung Süden. Dargestellt ist die letzte der drei Ausbaustufen der Burg mit allen drei Zugbrückentoren. Links das erste Tor mit Torbau ist heute restlos verschwunden, Tor zwei mit dem Zwiebeltürmchen ist in guten Resten erhalten, ebenso Tor drei. Der Burgberg ist wie üblich bei Vischer viel zu steil dargestellt.
Geografische Lage
Die Ruine ist frei zugänglich, ein Fahrzeug muss man aber im Tal stehenlassen aufgrund des Fahrverbotes am Schotterweg zur Ruine.
Weblinks
Wikipediaeintrag mit wirklich umfassender Beschreibung: de.wikipedia.org
Virtuelle 360°-Panorama-Tour zur und durch die Burg-Ruine Eppenstein bei Weißkirchen bzw. Eppenstein in der Steiermark. Geeignet für PC, Tablet und VR-Brille (z.B. Quest 3).
Die Aufnahme des Bildmaterials fand im März 2026 statt. Für Erklärungen empfiehlt sich das Info-Symbol rechts oben zu aktivieren, Vollbildansicht ist mittels Doppelklick oder Symbol rechts unten aktivierbar. Und wer es etwas immersiver mag, Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung der Ruine Eppenstein
Burg Eppenstein wird 1160 erstmals urkundlich als „Castrum Eppenstein“ erwähnt. Sie kann grob in drei Abschnitte/Etagen gegliedert werden: Die ganz oben am Fels erbaute Ringburg, eine Terrasse darunter der gotische Palas (erbaut im 13ten bis 14ten Jahrhundert) mit der Andreaskapelle und darunter die Vorburg mit einem in Resten erhaltenen Wohnhaus und Burghof (15tes Jahrhundert). Es folgten 1536 das Fallgittertor durch das man in die Vorburg gelangte, ein am Beginn des Burgfelsens an diesen gelehnte Zugbrückentor 1550, drei weiter entfernte und noch heute sichtbare Rondelle und verbindende Mauern und zumindest zwei durchführende Tore (keines davon ist erhalten).
Die Wehranlage im Kern ist aber noch etwas älter. Wo die zentrale Ringburg an der höchsten Stelle auf dem sehr schroffen Burgfelsen steht, befand um das Jahr 1000 bereits ein Vorgängerwehrbau von dem heute nichts mehr erkennbar ist. Vor 1150 wurden die heute ältesten Teile der Ringburg und gleichzeitig die ältesten Teiler der gesamten Burganlage errichtet. Durch archäologische Untersuchungen ist gesichert, dass der Burgberg zumindest seit der Kupferzeit besiedelt war. Man fand Fibeln aus der Römerzeit, ähnlich alte Haarnadeln, Gürtelschnallen, Keramikteile, mindestens zwei Goldmünzen des Kaisers Leo I um 466 n. Chr. und mittelalterliche weitere Objekte. Erwähnenswert ist ein spätrömisches Grab das 1947 im Burgumfeld entdeckt wurde. Eine reiche und lange Geschichte einer heute sehr beschaulichen Örtlichkeit.
Die Burg selbst wurde bis knapp vor deren Aufgabe immer wieder umgebaut, ein Erdbeben und Brand 1570 fügte ihr schweren Schaden zu und der letzte Burgherr zu Eppenstein war bis 1656 Christof Alban Graf von Saurau. Danach verfiel die Burg, man zog in das „Neue Schloss“ am Fuße des Burgberges von dem heute allerdings so gut wie nichts mehr erhalten ist.
Die Anlage wurde vom Burgverein Eppenstein konserviert (eine Vereinswebseite exisitiert nicht) und ist heute ein sicheres Ausflugsziel. So sicher, dass aufgrund der vielen metallenen Gitter und Geländer ein wenig die Aura einer Burgruine darunter leiden mag.
Krieg & Frieden
Burg Eppenstein war zumindest zwei mal in schwere Kampfhandlungen verwickelt. Bei der jüngeren fiel die Burg an die Ungarn die sie von 1483 bis 1489 besetzten. Bei einem Versuch einer Rückeroberung kamen laut Aufzeichnungen über 100 Bauern ums Leben und sogar der Bischof von Stift Seckau wurde dabei gefangengenommen. Wie das geht, liest sich in etwa so:
Und derselb Bischolf nam sich an, den Perg umb das Gschloss mit den seinen zu behueten und zuverhalten. Nun warn vor Im die kunigischen Ratzen auff dem Perg khomen, und do der Bischolf des inne ward, do wolt er dem Hawfen seiner Helffer in die Eben zu eylen, und an der Flucht des Bischolf und der Pawren komen die Ungrischen und die Turckhen und Hussarn, auch die Ratzen, die inn dem Perg warn gewesen, und prachten den Bischolf und die Pawrschafft zwischen Im in die Mitten; do ward der Bischolf gevangen, und der Pawrn ob Hundert erschlagen, und bey 400 gevangen.
Immerhin bekommt man so eine Vorstellung über die Anzahl an Beteiligten die um die einigen Hundert sich bewegte. Und wenn man sich fragt, warum ein Bischof eine Burg erobern will – darüber wundert sich der Schreiber auch:
Pesser war gewesen, der Bischolf hett dye Zeyt den Psalter gelesen, und das weltlich Swert lassen vechten, dem es gepirdt.
Beschreibung von Otto Piper 1902
Otto Piper hat im Standardwerk zur Burgenkunde 1902 die Wehranlage beschrieben in Band 1. Der Auszug kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden:
Ruine Eppenstein. Tonlithographie aus Reichert „Einst und jetzt„, Graz 1863. Ruine Eppenstein um 1850 nach Wilhelm Leifer. Der Maler war dafür bekannt, dass er vor allem für den Österreichischen und Deutschen Alpenverein Landschaftsbilder angefertigt hat. Der Feldweg entspricht der heutigen Hauptstraße nach Kärnten. Burgruine Eppenstein nach Ferdinand Runk (1764 – 1834). Man blickt hier gegen Süden. Die lehmige Straße entspricht der heutigen Durchfahrtsstraße durch den Ort Eppenstein Richtung Kärnten. Mauerwerk von rechts nach links: Rundturm der das erste Tor sicherte; Torturm des Zugbrückentores am Fels; Ringburg auf der höchsten Stelle; Palas und Kapelle; Bauwerk der Vorburg ganz links außen. Schon um 1680 eine Ruine. Nach Georg Matthäus Vischer in seiner Topographia Ducatus Stiriae. Wie häufig in dieser Zeit, war die ursprüngliche Burg bereits verlassen – ein Schlossbau im Tal war der Ersatz. Erwähnenswert ist ein kleines Detail: in der hochgelegenen Ringburg ragt in deren Zentrum noch ein weiterer kleiner turmartiger Bau empor. Von diesem ist später nichts mehr erkennbar – vielleicht war es aber nur Phantasie Vischers, was nicht ungewöhnlich wäre. Auch das „Neye Schloßs“ existiert heute nicht mehr.Die letzten Reste des „Neuen Schlosses Eppenstein“, das irgendwann in einen Bauernhof integriert wurde (Gebäude im Hintergrund). Auffällig ist das hohe Tor, das so in dieser Form nicht zum Zweck eines landwirtschaftlichen Nutzgebäudes passt. Aufgenommen von der öffentlichen Straße aus, auf der man heute am leichtesten die Burgruine Eppenstein erreicht: von Weißkirchen nach Eppenstein, exakt an der Ortseinfahrt/Ortstafel rechts die kleine Asphaltstraße bergan.
Ausführliche Beschreibung in den Judenburger Museumsschriften, 1956: www.judenburg.at
Virtuelle vollumfassende 360°x180°-Tour durch die Ruine Hungerturm, selten auch Reckturm genannt, bei Waldstein in der Steiermark. Für PC, Tablet und VR-Brille.
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
VR-Brillen-fähig (z.B. Quest 3)
Die Tour ist wie auch alle übrigen mit VR-Brille wie einer Quest 3 erlebbar. Ohne Zusatzsoftware – einfach die URL dieser Seite im Browser der Brille eingeben, den dort dann sichtbaren VR-Button aktivieren – fertig.
Kurzbeschreibung der kleinen Burg Hungerturm
Burg-Ruine Hungerturm ist eine kleine vorgelagerte Burg zur im Norden liegenden Burgenruine Waldstein – genannt Hungerturm, selten auch Reckturm. Sie kann auch als Vorwerk zu Burg Waldstein gesehen werden. Eine wirklich nette, kleine Burg in sonniger und trockender Lage. Fährt man auf der Autobahn von Graz zum Gleinalmtunnel, sieht man beide Burgen rechts auf den Hügeln. Die Anlage ist sehr klein und war auch nie größer. Aus mehr als einem Wohnturm und eine umgebende Ringmauer bestand sie nie. Der Wohnturm hat einen hochgelegenen Zugang der über eine Brücke erreichbar war. Nach Außen durch die Ringmauer schützte man sich mit einer als Wippe ausgestalteten Zugbrücke. Für einen vermessenen Grundriss der Burg und genauen Aufrissplan des Turmes besuche man www.burgenseite.com.
Die heutige Bausubstanz stammt wahrscheinlich aus dem 13ten bis 14ten Jahrhundert. Vom hölzernen Vorgängerbau aus dem 11ten Jahrhundert ist heute im Gelände kaum mehr etwas erkennbar.
Historische Ansichten
Rekontruktionszeichnung der Anlage. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com)Flugaufnahmen der Ruine Hungerturm. Im Hintergrund Ruine Waldstein.Schloss Waldstein im Vordergrund, Ruine Hungerturm links auf dem Hügel vorne, im Hintergrund am Hügel Ruine Waldstein. Lithographie um 1865.
Geografische Lage
Die Burg ist über Forstwege und im letzten Stück Fußweg gut erreichbar.
Weiterführende Weblinks
Beschreibung, Fotos, Grundriss, Aufriss – alles vorhanden: www.burgenseite.com
Die Vermessungskarte in der Tour wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen: Murgg, Werner: Burgruinen der Steiermark. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Wien/Horn, 2021
Kurzbeschreibung
Viel ist ist nicht mehr erhalten. Das ist vor allem einem Großbrand im Jahre 1590 geschuldet. Mit Ausnahme des Bergfrieds brannte die Burg gänzlich ab und wurde danach nicht mehr mehr instandgesetzt. Der Bergfried ist aber insofern sehenswert, da er ein schönes hochgelegenes romanisches Zugangstor vorzuweisen hat. Inklusive dem hölzernen Torriegel, der die letzten Jahrhunderte seit dem Brand überstanden hat.
Der romanische Bergfried liegt – und das ist etwas ungewöhnlich – abgesetzt und der eigentlichen Burganlage vorgelagert. Prinzipiell keine gute Idee wenn man eine Burg anno dazumal verteidigen wollte. Man hatte damit keine geschützte Möglichkeit eines Rückzuges in die Hauptburg im Anlassfall. Immerhin wurde der Bergfried nach dem Mittelalter noch mit einer sich nach unten verbreiternden Verstärkung (Talus) ausgestattet gegen Kanonenbeschuss. Die abgesetzte Lage war aber auch dafür verantwortlich, dass beim Großbrand der Turm verschont geblieben ist. In Jugendjahren habe ich ein wenig im Schutt gewühlt. Sofort sind von Feuer verbogene und angeschmolzene Glasbruchstücke und verkohltes Holz zum Vorschein gekommen.
Nur in der ältesten Darstellung von Clobucciarich um 1600 wird die Offenburg mit zwei Türmen dargestellt. Der zweite Turm befand sich mitteln in der Hauptburg und war als Wohnturm ausgestaltet. Reste von ihm sind heute noch sichtbar. Die Hauptburg war durch einen Halsgraben und darüberführenden Brückenweg und ein Torthaus geschützt das heute ebenfalls noch teilweise erhalten ist.
Die restlichen Bauten sind heute so gut wie verschwunden. Vom Wohnteil hat ein verloren wirkendes Rundbogenfenster die Jahrhunderte überstanden. Und wenn man sich die Mühe macht den steilen und verwachsenen Südosthang hinunterzusteigen stößt man auf Mauerreste der ausgedehnten Vorburganlagen.
Ob die Sage des letzten Offenburger Ritters den wegen seiner Räuberei der Teufel geholt hat ein Hinweis auf die Anwesenheit von Räuberbanden sein kann ist unbekannt.
Die Burg lag bis in die 1970er-Jahre sehr verborgen im Wald. Man hatte das Gefühl, der Erste zu sein, der diese Gemäuer besucht. Dann planierte man recht brutal einen Forstweg mitten durch die Anlage. Womit sie zwar jetzt einfach zu finden und besuchen ist, viele Reste wurden dabei aber auch zerstört.
Historische Ansichten der Offenburg
Offenburg um 1850 auf einem Aquarell nach Wilhelm Leifer. Links der Bergfried, rechts davon das teils noch erhaltene Torhaus bzw. Torturm. Gut erkennbar der Rundbogen des Torhauses der auch auf dem Gemälde von Ferdinand Runk festgehalten ist. Der zweite Rundbogen rechts ist (zumindest mir) nicht erklärbar da er in Darstellungen von Vischer und Globbucciarich nicht vorkommt.Rekonstruktionszeichnung der Offenburg. Mit freundlicher Genehmigung und Copyright von und bei Martin Aigner (www.burgenseite.com). Die rechteckige Mauer vor der Burg ist eine von zumindest zwei Vorwerken. Eine zweite rechts anschließende Mauerumfriedung fehlt in dieser Abbildung. Sie ist aber im Gelände noch erkennbar, wenn man viel Zeit hat und sich in das steile und unwirtliche Waldgelände unter dem Burgplateau wagt. Der Brückenpfeiler der hier skizzierten Zugbrücke ist heute noch gut erhalten, das eine Fenster über dem Tor waren damals zwei Stück. Gut nachvollziehbar die etwas ungeschickte Verteidigung: wurde der Turm angegriffen und musste man sich zurückziehen, blieb nur der ungeschützte Rückzug über das freie Gelände hinter die eigentlichen Burgmauern.Ruine Offenburg nach Ferdinand Runk um 1799. Erkennbar ist eventuell am Bergfried, dass das herausgebrochene Loch durch das man heute das Innere erreicht schon damals bestanden hat. Das Geländeniveau war deutlich niedriger als heute. Durch den Bereich mit den Kühen führt jetzt die Forststraße hindurch. Eines der wenigen erhaltenen bzw erkennbaren Bauelemente heute ist ein Rundbogenfenster auf Bodenniveau. Ob es sich um eines der hier hoch liegenden handelt ist zumindest mir nicht ganz klar. Die Tour lädt ein, sich selbst darüber Gedankenzu machen. Der große mit Holz gestütze Rundbogen ist Teil des Torhauses, ebenso die zwei darüberliegenden Fenster. Das kann gut im Aquarell von Leifer verifiziert werden. Von diesem Bogen ist heute nur ein sehr kleiner kaum erkennbarer Ansatz vorhanden.Offenburg um 1680 nach Georg Matthäus Vischer. Bereits damals eine Ruine, aber immerhin noch mit ein paar Dächern. Der Turm (Bergfried) ist heute noch erhalten, von den restlichen Gebäuden kaum mehr etwas. Ob die vermeintlichen Rundtürme wirklich rund waren bezweifle ich. Erkennbar ist heute keine einzige rund angelegte Mauer, die Skizze von Globbucciarich um 1600 zeigt sie auch nicht und das Aquarell von Wilhelm Leifer 1850 liefert ebenso keinen Hinweis. Und wie die Ruine Eppenstein von hier aus so gut erkennbar sein sollte bleibt ebenfalls unklar. Das kann daran liegen, dass Vischer seine Skizzen oft einem Kupferstecher zur Ausfertigung übergab – Stille Post bei Abbildungen. Und natürlich ist der Burgberg nicht ein nahezug senkrechter Felsen. Erwähenswert ist das Fehlen des zentralen großen Wohnturmes, der auf der Skizze von Globucciarich (noch) zu sehen ist. Vermutlich hat Vischer hier sich eniges an Ungenauigkeiten erlaubt.
Offenburg um 1600 nach Johannes Clobucciarich. Die beiden Rechtecke vor der Burg sind mit Mauern umgebene Abschnitte die vielleicht als Gartenanlage genutzt wurden. Sie könnten auch als Zwinger angesprochen werden. Zumindest vom rechten (östlichen) finden man heute noch Reste im Wald. Die Tour zeigt sie. Der linke Turm ist der der heute gut erhaltene Bergfried der auch hier etwas erhöht und abgesetzt dargestellt wird – wenn man ein wenig Phantasie hat. Der zentrale Wohnturm (höchstes Gebäude) ist heute noch in geringen Resten vorhanden. Interessant ist die Abbildung vor allem auch deshalb, da sie rund 11 Jahre nach dem Großbrand der Burg entstanden ist. Denn Globucciarich stellt sie mit Dächern dar.
Offenburg nach Wilhelm Leifer. Eine zweite kleine Darstellung der Ruine.